Wladimir Putin sorgt mit Aussagen über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs für Aufsehen. Der Kreml-Chef brachte am Samstag in Moskau zudem einen prominenten Deutschen als Vermittler ins Spiel.
„Ich glaube, dass die Angelegenheit sich dem Ende zuneigt“, sagte Putin am Samstag vor Reportern in Moskau mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Die Aussagen fallen in eine Zeit, in der Russlands Armee zuletzt wiederholt militärische Rückschläge an der Front erlitten hat.
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Ob der Despot es ernst meint, wird international stark bezweifelt. Deutschlands Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, reagierte auf X deutlich: „Er muss es nicht nur denken, er muss es auch tun.“
Schröder als bevorzugter Partner
Obwohl sich bisher vor allem die USA um Vermittlung bemüht hatten, nannte Putin einen konkreten Namen für mögliche Gespräche mit der EU: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen“, erklärte der er.
Die beiden gelten seit Jahren als enge Freunde. Ob sich die Europäische Union allerdings auf Schröder als Vermittler einigen könnte, ist derzeit völlig offen.
Treffen in Drittland möglich
Laut Putin habe ihm der slowakische Ministerpräsident Robert Fico berichtet, dass Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem persönlichen Treffen bereit sei. Ein solches Gespräch könne in einem Drittland stattfinden, sofern es vorab eine „belastbare Friedensvereinbarung“ gebe. Der Kreml betonte zuletzt, dass der erste Schritt von den europäischen Regierungen kommen müsse, da diese den Kontakt im Jahr 2022 abgebrochen hatten.
EU bereitet sich vor
Laut einem Bericht der „Financial Times“ vom Donnerstag bereiten sich die Staats- und Regierungschefs der EU bereits auf mögliche Gespräche vor. Putin behauptete am Samstag: „Wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.“ In der Vergangenheit waren solche Bemühungen jedoch stets an der fehlenden Kompromissbereitschaft des Kremls gescheitert.