Mitten im Südatlantik läuft wegen des Hantavirus ein außergewöhnlicher Rettungseinsatz. Auf einer der abgelegensten Inseln der Welt wurden Militärmediziner per Fallschirm abgesetzt, um einen möglichen Infektionsfall zu untersuchen.
Die britische Regierung reagierte auf einen Verdachtsfall auf der Insel Tristan da Cunha, einem winzigen britischen Überseegebiet mit nur etwas mehr als 200 Einwohnern. Weil die Insel praktisch nur per Schiff erreichbar ist, entschieden sich die Behörden für einen ungewöhnlichen Schritt: Zwei Ärzte und mehrere Helfer wurden gemeinsam mit medizinischer Ausrüstung aus einem Militärflugzeug abgesetzt.
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Verdachtsfall nach Kreuzfahrt
Laut britischen Behörden soll es sich bei der betroffenen Person um einen Passagier der „Hondius“ handeln. Der Inselbewohner war während eines Zwischenstopps am 24. April auf St. Helena von Bord gegangen und später nach Tristan da Cunha zurückgekehrt.
Die Sorge: Das Virus könnte sich auf der isolierten Insel ausbreiten. Deshalb startete die britische Gesundheitsbehörde gemeinsam mit dem Militär einen aufwendigen Einsatz, um eine mögliche Infektion rasch abzuklären und weitere Ansteckungen zu verhindern.
10.000 Kilometer langer Einsatz
Der Rettungseinsatz hatte enorme Ausmaße: Die Mediziner und Helfer starteten zunächst von einem Luftwaffenstützpunkt nahe Oxford und flogen tausende Kilometer zur Atlantikinsel Ascension. Von dort ging es noch einmal mehrere tausend Kilometer weiter Richtung Süden. Das Militärflugzeug musste laut Berichten sogar in der Luft betankt werden, um die abgelegene Insel erreichen zu können.
Zusätzlich wurde medizinisches Material aus der Maschine abgeworfen, damit die Versorgung vor Ort sichergestellt werden kann.
Neue Infektionen bekannt
Die Zahl der bestätigten Fälle ist inzwischen weiter gestiegen. Bei zwei britischen Reisenden der „Hondius“ wurde das Hantavirus nachgewiesen. Beide befinden sich aktuell in medizinischer Behandlung, einer in Südafrika, der andere in den Niederlanden.
Für die übrigen britischen Passagiere gibt es vorerst vorsichtige Entwarnung. Nach Angaben der Behörden zeigen sie bislang keine Krankheitszeichen. Dennoch sollen sie nicht ohne Auflagen zurückkehren: Nach ihrer Heimreise nach Großbritannien ist eine vorsorgliche Isolation von 45 Tagen vorgesehen.