Resselpark

Nach Randalen:

Platzverbot am Wiener Resselpark wieder aufgehoben

In der Nacht auf Samstag kam es Karlsplatz zu schweren Ausschreitungen.

Wien. Nach den Ausschreitungen im Wiener Resselpark in der Nacht auf Samstag hat die Wiener Polizei zunächst ein Platzverbot für den Bereich des Parks vor der Karlskirche verhängt – das Platzverbot wurde am Sonntag wieder aufgehoben, wie die LPD Wien in einer Aussendung schreibt. "Aufgrund § 36 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 Sicherheitspolizeigesetz wird verordnet, dass die Verordnung der Landespolizeidirektion Wien vom 05.06.2021, betreffend ein Platzverbot im Bereich Wien 4., Resselpark am 06.06.2021, um 08:00 Uhr aufgehoben wird. Eine neue Beurteilung und Gefahreneinschätzung ergab, dass momentan keine Gefährdungen zu befürchten sind", so die Polizei. 

Attacken auf Polizisten in der Nacht auf Samstag

Was war passiert? In der Nacht auf Samstag war es auf Attacken auf Polizisten gekommen. Zahlreiche feiernde Jugendliche hatten sich im Park versammelt. Die Situation eskalierte, nachdem Menschen auf die Statuen der Kirche geklettert waren. Dabei soll die Stimmung laut Innenministerium von amtsbekannten Menschen aus dem linksradikalen Spektrum angeheizt worden sein.

Weil strafbare Handlungen gesetzt wurden und Sachbeschädigungen drohten, habe man eingegriffen.

In der Nacht auf Samstag war die Polizei beim ersten Einschreiten noch zahlenmäßig relativ schwach im Einsatz, das führte zu "massiven Bewürfen mit Glasflaschen und pyrotechnischen Gegenständen gegen die Polizistinnen und Polizisten", hieß es in einer Polizeiaussendung. Daraufhin wurde Verstärkung angefordert. Aufforderungen, den Platz zu verlassen, ignorierten die Feiernden. Die Beamten räumten daraufhin den Bereich, dabei seien sie weiter beworfen und attackiert worden. Es wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Gegen 1.30 Uhr sei die Situation beruhigt worden.

Acht verletzte Polizisten

Bei dem Einsatz gab es acht verletzte Polizisten. Eine Beamtin bekam so viele Flaschen auf den Kopf, dass eine Gehirnerschütterung erlitt, obwohl sie einen Schutzhelm trug. Vier Menschen wurden festgenommen, 67 angezeigt. Dazu verzeichnete die Exekutive vier gestohlene Kennzeichen von Streifenwägen und ein beschädigtes Dienstfahrzeug sowie eine Vielzahl von zerbrochenen Flaschen, Getränkedosen und sonstigen Abfällen.

In sozialen Netzwerken wurde der Polizei vorgeworfen, die Situation eskaliert zu haben. So sei es bis zum Einschreiten der Beamten friedlich gewesen. Die Exekutive wies das zurück: "Das Ziel der Wiener Polizei ist es, Menschenansammlungen und in diesem Zusammenhang entstehende Problemstellungen in erster Linie mithilfe kommunikativer Mittel zu lösen. Bei strafbaren Handlungen sowie Übergriffen gegen Polizistinnen und Polizisten schreitet die Wiener Polizei konsequent ein", hieß es in der Aussendung.

Nehammer verurteilte die Ausschreitungen

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verurteilte die Ausschreitungen: "Es ist völlig inakzeptabel und unverständlich, dass strafbare Handlungen gesetzt und die daraufhin einschreitenden Polizisten mit Glasflaschen oder pyrotechnischen beworfen und verletzt werden. Darüber hinaus haben die gestrigen Angriffe auf die Polizistinnen und Polizisten gezeigt, dass Aktivistinnen und Aktivisten aus dem linksextremen Bereich als Drahtzieher dieser Attacken fungieren. Dieses Verhalten ist strafbar, antidemokratisch und ein Zeichen mangelnder Solidarität mit jenen in unserer Gesellschaft, die nach wie vor besonders geschützt werden müssen", sagte er. Auch Nehammer wurde in sozialen Netzwerken heftig kritisiert.



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