Tarrant Sellner

Kurz will Identitäre auflösen

Terror-Verdacht: Identitäre sollen aufgelöst werden

Nachdem Justiz Razzia gegen Identitären-Chef durchführte, prüft Kurz deren Auflösung.

„Es gibt keine To­leranz für gefährliche Ideologien“, erklärte VP-Kanzler Sebastian Kurz gestern. Daher werde die Regierung die „Auflösung“ der rechtsex­tre­men Identitären „prüfen“.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation gegen Identitären-Sprecher Martin Sellner aufgenommen hat, geht auch die FPÖ auf Distanz zu den Identitären. Sellner hat, wie berichtet, 2018 eine Spende des Neonazi-Terroristen Brenton Tarrant in Höhe von 1.500 Euro erhalten und sich per E-Mail dafür bei dem Massenmörder bedankt.

Justiz durchforstet jetzt ­E-Mails der Identitären

Der 30-jährige Rechtsextremist bestreitet, eine Verbindung zu Tarrant zu haben, der in zwei Moscheen in Neuseeland 50 Menschen getötet hat. Die Justiz durchforstet gerade alles, was sie bei ihrer Hausdurchsuchung am Montag in Sellners Wohnung sichergestellt hatte. Konkret geht es um E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und allfällige weitere Spuren zum Neonazi Tarrant.

Dieser hatte 2018 neben anderen europäischen Staaten auch Österreich besucht. Die Identitäre wie­derum arbeiten international vernetzt zusammen. Die Staatsanwaltschaft Graz hatte 2018 bereits versucht, die Identitären wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu ­zerschlagen. Das Vorhaben scheiterte allerdings. In den vergangenen Wochen wurde die Geschäftsgebarung des xenophoben Vereins geprüft – so spürte man auch Tarrants Spende auf. Der Verdacht: Steuer- und Abgabenhinterziehung beim Verkauf von „Identitären-T-Shirts“.

Vereinsrechtlich auflösen kann man die Identitären nur, wenn man ihnen kri­minelle oder terroristische Verstrickungen nachweisen könnte. Andere Geheimdiens­te interessieren sich freilich auch für die österreichischen Identitären.

I. Daniel

Internationales Netzwerk

Der österreichische Identitären-Sprecher ist mit seinen Kameraden in Deutschland, Frankreich und Großbritannien eng vernetzt. Sie besuchen wechselseitig ihre Demonstrationen und bewundern alle ihren geistigen Ziehvater Renaud Camus.

Neonazi-Killer Tarrant hatte seine wirren Thesen teils von Camus.


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