Die Wiener Linien setzen 2026 ihr Tunnelabdichtungsprogramm fort. Rund 10.000 m² Abdichtungsfläche werden jedes Jahr erneuert, um die U-Bahn-Infrastruktur langfristig vor Feuchtigkeit zu schützen. Der Öffi-Betrieb bleibt während der Arbeiten uneingeschränkt aufrecht.
Das Wiener Öffi-Netz zählt seit Jahren zu den besten der Welt, damit das so bleibt, wird laufend in den Ausbau und Erhalt der Infrastruktur investiert. Neben der Gleismodernisierung im Rahmen von „Netz erst recht!“ rückt nun verstärkt die Instandhaltung der Bauwerke in den Fokus. Besonders wichtig sind in den kommenden Jahren die Tunnelabdichtungen, die U-Bahn-Tunnel vor eindringendem Wasser schützen. Viele dieser Schutzschichten haben Jahrzehnte im Einsatz hinter sich und werden nun schrittweise erneuert.
Feuchtigkeitsschutz für die nächsten Jahrzehnte
Seit rund 50 Jahren fährt die Unterpflaster-Straßenbahn (USTRAB) unter dem Gürtel und auch die U1 ist unter der Favoritenstraße bereits fast ein halbes Jahrhundert unterwegs. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Abdichtungen die darunter liegenden Bauwerke vor langjährigen Umweltbelastungen, wie Feuchtigkeit und verunreinigtem Wasser, geschützt. Die Sanierungen sorgen dafür, dass die Bauwerke auch in den kommenden Jahrzehnten vor Wassereintritten geschützt sind und sichern die Stabilität der unterirdischen Infrastruktur.
Jährlich mehrere tausend Quadratmeter zu erneuern
Jährlich müssen im U-Bahn-Netz mehrere tausend Quadratmeter Abdichtungsflächen erneuert werden, um die U-Bahntunnel nachhaltig zu sichern. Im Zuge dieser Sanierungsarbeiten wird der Straßenbelag samt Aufbau über dem Tunnel entfernt. Einbauten wie Wasser-, Telefon- oder Stromleitungen sowie Fernwärmeleitungen müssen temporär versetzt werden. Anschließend kann erst die alte Abdichtung entfernt werden und die neuen Isolierungsschichten mit Dehnungsfugen aufgebracht werden, danach kommen die Einbauten wieder in ihre alte Lage und die Oberfläche kann wieder hergestellt werden. An Standorten wie zum Beispiel dem Naschmarkt oder der Favoritenstraße kommt zusätzlich eine wurzelfeste Abdichtung zum Einsatz, damit Begrünungen möglich bleiben. Der Öffi-Betrieb läuft während der Arbeiten uneingeschränkt weiter. Für den Autoverkehr kommt es jedoch abschnittsweise zu Fahrspurreduktionen, da die Sanierungen von der Oberfläche aus erfolgen.
Tunnelabdichtungen bei laufendem Öffi-Betrieb
In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt – unter anderem am Franz-Josefs-Kai (U4), in der Praterstraße und Favoritenstraße (U1) sowie am Gürtel (USTRAB). Im Jahr 2026 gehen mehrere dieser Projekte in die nächste Phase. Ab 7. Jänner wird auf der Favoritenstraße der Abschnitt zwischen Landgutgasse und Gudrunstraße in mehreren Bauphasen erneuert. Anschließend gestaltet die Stadt Wien die Favoritenstraße im Rahmen der Initiative „Raus aus dem Asphalt“ neu. Wie bereits bei der Attraktivierung der Praterstraße und der Errichtung des Naschparks werden dabei Synergien genutzt, um notwendige Instandsetzungen der Wiener-Linien-Infrastruktur mit einer Aufwertung des Grätzls zu verbinden.
Weitere Arbeiten an der U4
Auch in der Innenstadt werden Arbeiten gebündelt: Ende Jänner beginnen die Bauarbeiten der Wiener Linien am U4-Tunnel im Bereich der Vorderen Zollamtsstraße auf Höhe des Zollamtsstegs. Parallel dazu sanieren die Wiener Netze bis Herbst dort Fernwärmeschächte. Am Margaretengürtel werden die Bauarbeiten im Bereich der Kliebergasse ab 2. Februar fortgesetzt. Auch das U4-Bauwerk unter dem Naschmarkt zwischen Marktamt und Reserlgasse ist nach mehr als 100 Jahren im Betrieb reif für eine Erneuerung. Von Anfang März bis September wird daher entlang der Rechten Wienzeile beim Naschmarkt gearbeitet. Die Bauarbeiten wirken sich nicht auf den Öffi-Betrieb aus.