Es war die „Nacht der langen Leinen“ im imperialen Festsaal. Wo sonst Stille herrscht, kämpfte am Samstagabend die österreichische Hunde-Elite im gnadenlosen K.O.-System um die Krone. Hier das Protokoll einer dramatischen Nacht: Vom frühen Aus der Giganten bis zum Triumph der Startnummer 35.
Zum ersten Mal wurde vom ÖKV der Top Dog Austria in einem neuen Modus gekürt. Nach dem Richten der FCI-Gruppen, in dem die 32 Finalisten auserkoren wurden, war Schluss mit gewohnter Show-Routine. Gegen 20:30 Uhr startete der große Showdown – und der hatte es in sich! Im Vorbereitungsraum ließ das riesige Tableau keinen Zweifel: 16 Paarungen , direkte Duelle, keine zweite Chance.
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Hund gegen Hund, Auge in Auge. Die Richter mussten sofort entscheiden: Wer kommt weiter, wer scheidet aus? Zittern, Hoffen, Bangen – jede Bewegung zählte.
Wie in der Champions League treten die Hunde im direkten Vergleich gegeneinander an. Über Viertel- und Halbfinale kämpft sich die Elite bis zum großen Finale vor. Ein einziger kleiner Fehler, ein schiefer Blick oder eine unsaubere Bewegung können jetzt das Aus bedeuten. Dramatischer geht es nicht!
Zitterpartie vor der Star-Jury
Über Sieg und Niederlage entschied an diesem Abend ein strenges Triumvirat. Die drei Richter Ann Ingram, Peter Berchtold und Heidi Kirschbichler hatten die Macht über die Träume der Hundebesitzer. Besonders Peter Berchtold stand ein Marathon bevor: Er richtete gleich fünf FCI-Gruppen (2, 4, 6, 8, 10) in der Vorrunde. Ann Ingram übernahm die Gruppen 1, 3 und 7, während Heidi Kirschbichler die Gruppen 5 und 9 unter die Lupe nahm. Doch im K.O.-Finale richteten sie gemeinsam – und dann zählte jede Stimme!
Das gnadenlose Urteil per Farbschild
Die Paarungen der 32 Finalisten werden live ausgelost – jeder Hund zieht seinen Gegner. Im Ring herrscht dann atemlose Stille. Anders als bei normalen Ausstellungen gibt es keine langen Bewertungsbögen, sondern eine Entscheidung in Sekunden. Das System ist brutal einfach: Die drei Richter heben auf Handzeichen gleichzeitig ein Farbschild. Grün oder Blau? Wer mindestens zwei der drei Richterstimmen ergattert ("Best of Three"), kommt eine Runde weiter. Wer verliert, ist raus. Für die Zuschauer im Saal bedeutet das Spannung bis zur letzten Sekunde, wenn die bunten Karten in die Höhe schnellen.
Das große Sterben der Riesen
Schon der Blick auf die Paarungen 3 und 4 ließ den Atem stocken – und das Ergebnis sorgte für Entsetzen bei den Fans der Schwergewichte. In Paarung 3 traf pure Kraft auf Aerodynamik: Die massige Bordeauxdogge hatte gegen den pfeilschnellen Magyar Agar das Nachsehen und schied sofort aus. Noch härter traf es die Zuschauer in Paarung 4: Der gigantische Irish Wolfhound, der als Mit- Favorit galt, wurde vom eleganten English Setter gnadenlos ausgespielt. Das Fazit nach wenigen Minuten: Die „Big Boys“ waren raus, die Bühne gehörte den wendigen Taktikern.
Eurasier-Krimi und das Briten-Derby
Besonders spannend wurde es in Paarung 7: Hier traf der feurige Irish Terrier auf den plüschigen Stoiker, den Eurasier. Es war ein Duell der Gegensätze, bei dem der Eurasier mit seiner Gelassenheit punktete, sich aber dem Terrier-Temperament am Ende knapp geschlagen geben musste. Auch in Paarung 2 flogen die Fetzen im „Hütehund-Gipfel“: Der Shetland Sheepdog musste gegen seinen Cousin, den Border Collie, in den Ring. Es war ein Wimpernschlag-Finale, bei dem der Sheltie nur hauchdünn die Nase vorn hatte – das frühe Aus für den Border Collie!
Beagle-Party und der Start des Champions
Der heimliche Publikumsliebling startete in Paarung 5 durch: Der Beagle zeigte dem italienischen Wasserhund Lagotto Romagnolo, wo der Hammer hängt, und buchte sein Ticket für die nächste Runde. In Paarung 15 hingegen begann unbemerkt eine Legende: Der spätere Gesamtsieger, English Cocker Spaniel, startete seine Mission Gold gegen den tapferen Dachshund. Der kleine Rauhhaar-Zwerg kämpfte löwenstark, doch gegen die wehenden Ohren und den Charme des Spaniels war an diesem Abend kein Kraut gewachsen.
Halbfinale und Bronze: Der Vorjahressieger geht leer aus
In der Runde der letzten Vier trennte sich die Spreu vom Weizen. Der Shetland Sheepdog (6) stoppte den Höhenflug des Beagle - Top Dog Austria 2024 - "Royal Clair Chica of Grant's Garden" und zog ins Finale ein. Im zweiten Halbfinale setzte sich der English Cocker Spaniel gegen den Flat Coated Retriever durch. Bevor es um Gold ging, kämpften die Verlierer um die Ehre: Im „kleinen Finale“ sicherte sich der Flat Coated Retriever „Explicit Born To Make You Happy“ Bronze. Für den Beagle blieb nach einer starken Turnierleistung der vierte Platz.
Das Finale: Gold für „Alan Ashen Jonny Lee“
Um kurz nach 22 Uhr hielt der Saal den Atem an: Das große Finale zwischen der Startnummer 35 und der Startnummer 6. English Cocker Spaniel gegen Shetland Sheepdog. Die Spannung war greifbar, doch als die Richter die Karten hoben, kannte der Jubel im Lager der Spaniel-Freunde keine Grenzen. „Alan Ashen Jonny Lee“ ist der „Top Dog of Austria 2025“!
Der 9,5 Jahre alte Cocker verwies den Sheltie auf den Silberrang und krönte sich nach einem fehlerfreien Durchmarsch zum verdienten König von Laxenburg, der Österreich bei der World Dog Show 2026 in Bologna, Italien, vertreten wird.