Der Tiroler Johannes Lamparter peilt heute im Großschanzen-Bewerb der Nordischen Kombinierer sein zweites Edelmetall bei den Winterspielen in Italien an.
Der Silbermedaillengewinner des Auftakt-Wettkampfs präsentierte sich im Training in vielversprechender Verfassung. Auch der im ersten Wettkampf viertplatzierte Stefan Rettenegger darf im Val di Fiemme wieder auf das Podium schielen.
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Starke Trainings auf der großen Schanze geben Lamparter zusätzliches Selbstvertrauen für den Gundersen-Bewerb. "Ich fühle mich sehr wohl auf der Schanze", sagte Lamparter. Mit dem Silber in der Tasche soll es nun eine Zugabe geben. "Ich kann sehr befreit drauflos gehen. Natürlich will ich wieder um Medaillen mitfighten und auch eine gewinnen", sagte der Tiroler vor dem nächsten möglichen Duell mit Normalschanzensieger Jens Luraas Oftebro aus Norwegen.
Goldmission auf Gottwalds Spuren
Im Idealfall soll es für den fünffachen Weltcupsaisonsieger eine Goldene werden. "Wenn man Silber hat, träumt man natürlich von mehr, aber das muss passieren. Dafür muss alles zusammenpassen, und man braucht auch ein Quäntchen Glück. Ich bin bei den Medaillenkandidaten dabei und werde voll angreifen. Wenn ich wieder Silber oder Bronze gewinnen darf, werde ich mich nicht ärgern", sagte Lamparter im APA-Gespräch und ergänzte: "Gold, das hat Felix Gottwald schon gesagt, das muss passieren."
Viel werde auch von den Windverhältnissen auf der Schanze mit möglicherweise hohen Kompensationspunkten und gleichzeitig großen Abständen vor dem Langlauf abhängen, erläuterte Lamparter. Dass es in der Loipe wieder zu grenzwertig tiefen Frühlingsschneebedingungen kommt, ist eher nicht zu erwarten. Nachtfrost sorgte dieser Tage für kompaktere und härtere Strecken, was Lamparter besser gefällt. Zudem wäre die Sturzgefahr deutlich kleiner. Als seine schärfsten Gegner schätzt Lamparter erneut Oftebro, den Deutschen Vinzenz Geiger und auch Teamkollege Stefan Rettenegger ein. "Er wirkt sehr stark und ist ein natürlich ein wahrzunehmender Gegner, was gut für uns alle ist."
Stefan Rettenegger nach viertem Rang mit wenig Wut im Bauch
Der angesprochene Salzburger ist nach "Blech" auf Revanche aus. "Ich weiß, dass die Form passt, dass das Springen passt, und ich deshalb schon Chancen sehe. Ich kann was raushupfen und fühle mich in der Loipe fit, ich brauche mich nicht zu verstecken", meinte der Olympia-Debütant. Mit Wut im Bauch gehe er nach dem bitteren Auftakt aber nicht an den Start. "Das bringt nicht wirklich was, erst recht nicht auf der Schanze. In der Loipe schadet vielleicht ein bisschen Wut nicht, da werde ich alles reinlegen."
Sein Bruder Thomas Rettenegger muss mit einem perfekten Sprung kräftig vorlegen, um möglichst viel Zeit auf die schnelleren Läufer herauszuholen. "Ich habe ein gutes Gefühl aufgebaut auf der Schanze, da kann ich schon was rausspringen", sagte der beim Auftakt neuntplatzierte 26-Jährige.
Teamtrainer Christoph Bieler ist überzeugt, dass sein Trio nach dem silbernen "Befreiungsschlag" von Lamparter ohne Druck noch nachlegen kann. "Der ganzen Mannschaft ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, jetzt ist der Druck gelöst. Die Ausgangsposition für die Großschanze ist sehr, sehr positiv", sagte Bieler. Nach dem Einzelbewerb steigt für die um ihre Olympia-Zukunft bangenden Kombinierer am Donnerstag noch der Teamsprint.