Emotionaler Moment

Olympia-Star flüchtete in Wald – das steckt dahinter

Es war ein tragischer Olympia-Moment: Slalom-Favorit Atle Lie McGrath (25) schied in Führung liegend aus und flüchtete danach völlig aufgelöst vor den Kameras in den Wald.

Italien. Der Norweger Atle Lie McGrath sorgte für Kopfschütteln und großes Mitgefühl zugleich. Nachdem er im Finale eingefädelt hatte, rastete das Slalom-Ass komplett aus. Er schmiss seine Stöcke auf die Piste, schnallte die Skier ab und verschwand wortlos in Richtung Wald. Erst am Montagabend brach er sein Schweigen gegenüber Journalisten. Ich musste einfach von allem weg. "Ich dachte, ich würde etwas Ruhe finden – was ich nicht tat, weil Fotografen und die Polizei mich im Wald fanden. Ich brauchte einfach etwas Zeit für mich", erklärte der 25-Jährige.

Dabei sah es sportlich zunächst nach einem Triumph aus. Mit einem komfortablen Vorsprung von 0,59 Sekunden auf den Schweizer Loic Meillard (29) war McGrath in den entscheidenden Durchgang gestartet. Dann folgte der bittere Fehler. Normalerweise könne er solche Rückschläge gut einordnen, solange die Familie gesund sei "und die Menschen, die ich liebe, da sind", sagte der Ski-Star. Doch diesmal war alles anders. "Ich habe jemanden verloren, den ich so sehr liebe, und das macht es wirklich schwer", gestand McGrath.

McGrath
© Getty Images

Trauer um den Großvater

Hinter der emotionalen Reaktion steckt ein schwerer privater Schicksalsschlag: Sein Opa verstarb am Freitag, 6. Februar, während der Olympia-Eröffnungsfeier. Bereits in der Team-Kombination mit Adrian Smiseth Sejersted trug McGrath eine schwarze Binde als Trauerflor am Arm. Nach einem fünften Platz im Riesenslalom am Sonntag folgte nun das sportliche Drama im Slalom. Für McGrath ist es der "schlimmste Moment" seiner bisherigen Karriere und eine der härtesten Momente seines Lebens.

McGrath
© APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Ungewisse Zukunft im Weltcup

Wie es für den Norweger nun weitergeht, ist aktuell völlig unklar. Er betonte gegenüber Reportern, dass er viel Zeit brauche, um das Geschehene zu verarbeiten. Ob er in diesem Winter noch einmal im Weltcup antreten wird, bleibt nach diesen emotionalen Sätzen abzuwarten. "Ich brauche ziemlich viel Zeit, um das zu verarbeiten, und es wird extrem hart werden. Wir werden sehen, wie es läuft", so McGrath.

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