Zittern um Lawinen-Opfer

Grenoble

Zittern um Lawinen-Opfer

Am Tag des Unglücks herrschte Lawinen-Warnstufe drei in den französischen Alpen.

Es war der fünfte Tag einer siebentägigen Tour im Écrins-Massiv in den französischen Alpen, der drei jungen Männern das Leben kostete: Als sich die elfköpfige Gruppe am Mittwoch die Skier zur Abfahrt anschnallte, löste sich ein 250 Meter langes und 80 Meter breites Schneebrett. Obwohl die Teamkollegen, die sich aus den Schneemassen befreien konnten, versuchten, ihren Freunden zu helfen, kam für Frank O. (23) aus Salzburg, Matthias L. (22) aus Wien und den Südtiroler Martin P. (24) aus Bruneck jede Hilfe zu spät. Clemens T. (19) aus Tirol wurde schwer verletzt und ins Krankenhaus geflogen – ÖSTERREICH berichtete.

Familie bangt um schwer verletzten 19-Jährigen

Dort bangt seine Familie. Denn: Auf dem Rettungsflug in die Klinik von Grenoble erlitt der junge Osttiroler aus Thurn bei Lienz einen Herzstillstand. „Sein Zustand ist weiter kritisch. Genauere Angaben kann ich aber derzeit nicht machen“, so Alpenvereins-Chef Robert Renzler am Freitag.

Der Alpenverein ist bemüht, sich um die schwer traumatisierte Gruppe, zu kümmern. „Ein Unfall-Psychologe versucht, das Geschehene mit den Überlebenden aufzuarbeiten“, so Renzler. Die beiden Bergführer und die fünf Tourengeher waren am Freitag immer noch in Frankreich. „Dort ist es per Gesetz Vorschrift, dass sich Zeugen nach einem Unfall mit Todesfolge 48 Stunden lang für Vernehmungen zur Verfügung halten müssen“, erklärt Renzler.

Die Überlebenden wollen
 gemeinsam zurück

Die Bergführer seien bereits am Donnerstag einvernommen worden, einige der jungen Alpinisten mussten am Freitag noch befragt werden. Renzler: „Ob die Gruppe noch am Freitag oder am Samstag zurückkommt, kann ich nicht sagen. Aber der Zusammenhalt ist sehr groß. Sie alle möchten die Heimreise gemeinsam antreten.“ Obwohl die Exkursions-Teilnehmer zwischen 19 und 25 Jahre jung waren, handelte es sich um erfahrene Bergsteiger. Und sie alle liebten den Berg. Sie gehörten zum „Junge Alpinisten“-Team, das mit dem Spruch wirbt: „Wir suchen junge Leute, für die bergsteigen das Leben ist.“

Die drei Toten sollen spätestens am Dienstag überführt werden.



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