Erdogan in Wien: Randale und Skandale
Erdogan in Wien: Randale und Skandale

Massive Proteste

Erdogan in Wien: Randale und Skandale

Die einen jubeln, die anderen protestieren: Erdogan polarisierte bei seiner Wien-Rede.

Tausende rot-weiße Türkei-Fahnen wehen durch die Halle. "Recep Tayyip Erdogan!", singt die Masse immer wieder euphorisch. Fast minütlich bricht jetzt das Handynetz wegen Überlastung zusammen. "Wenn ich ihn sehe, bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut", sagt der 17-jährige Furkan Kir im Gespräch mit ÖSTERREICH. Und wie ihm geht es heute Tausenden.

Mehr als 17.000 Fans des türkischen Ministerpräsidenten pilgerten gestern zur Albert-Schultz-Halle nach Wien-Kagran. Das Ziel: einmal den "letzten Sultan der Türkei" live erleben. Und der sorgte gleich in mehrerlei Hinsicht für Aufruhr.

Premier: »Ja zu Integration, aber nein zu Assimilation!«
Aufreger 1: Während vor der Halle Tausende Gegendemonstranten gegen den "Mörder" mobil machten, ging Erdogan im Inneren auf Stimmenfang. Obwohl er das im Vorfeld immer abgestritten hatte.

Diashow: Erdogan-Rede in Wien

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Erdogan sorgt für Ausnahmezustand
Erdogan-Rede in Wien
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Erdogan sorgt für Ausnahmezustand
Erdogan-Rede in Wien
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Demo gegen Erdogan
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Demo gegen Erdogan
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Erdogan sorgt für Ausnahmezustand
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Ausdrücklich warb der AKP-Chef in seiner einstündigen Rede um die Stimmen der Austro-Türken bei der anstehenden Präsidentschaftswahl am 10. August in der Türkei und schmeichelte: "Als Volk waren wir immer stolz auf euch."

"Respekt vor dem Gastland sieht anders aus", wetterte wenig später Österreichs Außenminister Sebastian Kurz. Ob das heute geplante Treffen der beiden überhaupt noch stattfinden wird, war bis zuletzt unklar.

Aufreger 2: Ebenfalls gestern erklärte der Türken-Premier: "Ja zu Integration, aber nein zu Assimilation!" Zwar sollen sich die Austro-Türken gut in die österreichische Gesellschaft integrieren und gut Deutsch lernen, nicht aber ihre Kultur aufgeben. Ihr könnt auf diese Türkei stolz sein!", sagte der 60-Jährige.

Austro-Türken als Enkel des ersten Wien-Belagerers
Aufreger 3: Besonders aber ein Vergleich sorgte am Sonntag nicht nur in den sozialen Netzwerken für Aufruhr. Denn Erdogan nannte seine Anhänger "Enkel des Sultans Süleyman der Prächtige". Berühmt wurde der osmanische Herrscher wegen der Ersten Türkenbelagerung

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21:15 Uhr: Schimpfte Kurz noch ganz offenherzig über den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan, der den "Wahlkampf in unser Land getragen hat" und erklärte, "Respekt vor dem Gastland schaut eindeutig anders aus", gab sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch in Wien betont zurückhaltend. "Sie werden verstehen, dass ich als deutscher Außenminister den Besuch des türkischen Premiers im Nachbarland Österreich nicht umfassend kommentieren kann", erklärte er in Wien.

20:26 Uhr: Erdogan versuchte nicht wirklich den Wahlkampfcharakter zu verschleiern: "Hoffentlich werden am 10. August bei der Präsidentenwahl ihre Stimmen das Ergebnis bestimmen", es seien nur mehr 50 Tage, rechnete er den Anhängern vor der Videowand vor, wo er nach der einstündigen Hauptrede im Saal noch vorbeischaute. "Das Volk, Sie, werden das Ergebnis bestimmen". Den Kandidaten will seine Partei AKP erst Ende des Monats aufstellen erinnerte der Parteichef, alles andere als ein Antreten Erdogans selber wäre aber eine Überraschung.

19:31 Uhr: Im Gegensatz zur Massenschlägerei in Wien-Donaustadt lief eine Gegendemo in der Innenstadt friedlich ab. Rund 350 Erdogan-Gegner trafen sich vor der Staatsoper.

18:58 Uhr: Laut Augenzeugen gehen die Gegner sogar mit Stangen aufeinander los.

18:54 Uhr: Massenschlägerei in der Bernoulligasse: Wie ein Augenzeuge gegenüber oe24 berichtet, sind Gegendemonstranten und Erdogan-Fans hier aufeinander getroffen. Es fliegen die Fäuste.

18:48 Uhr: Rund 6.000 Menschen namen an dem Protestmarsch gegen den Auftritt Erdogans teil. Sie skandierten "Tayyip, du Mörder" und "Erdogan Faschist".

18:25 Uhr: Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich erneut kritisch zum Besuch des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan in Wien geäußert. Er könne nur die Bilder beurteilen, so Kurz  vor Journalisten: "Die zeigen ganz klar, dass der türkische Premier den Wahlkampf in unser Land getragen hat und dadurch auch für Unruhe gesorgt hat."

"Das lehnen wir ab", fügte der Außenminister hinzu. "Und ich kann nur sagen, Respekt vor dem Gastland schaut eindeutig anders aus."

18:03 Uhr: Beim Donauzentrum sind die Gegendemos auf die Erdogan-Anhänger getroffen. Einige Österreich versuchten die Polizeisperre, die die beiden Gruppen trennte, zu durchbrechen, scheiterten aber an den Beamten.

17:35 Uhr: Die Rede Erdogans ist inzwischen zu Ende. Zum Schluss wurde noch die Nationalhymne gesungen.

17:27 Uhr: Erdogan widmete einen breiten Teil seiner Rede dem wirtschaftlichen Aufschwung seines Landes. Von der sinkenden Verschuldung und Inflation über den Ausbau der Eisenbahn und den geplanten Großprojekten in Istanbul mit dem Großflughafen und Brücke über den Bosporus bis hin zu drei Mrd. Bäumen, die gepflanzt worden seien. Früher habe man auf Schokolade aus Europa gewartet, aber heute "gibt es von allem, was es in Europa gibt, noch mehr in der Türkei". Sogar der erste eigene Hubschrauber sei gebaut und ausgeliefert worden.

17:13 Uhr: Die Polizei hat sich inzwischen zu den Tumulten auf der Lasallestraße geäußert. Grund für das "kurze Gerangel" war laut Polizeisprecher Roman Hahslinger eine Flasche, die aus einem Lokal in der Lasallestraße auf dem Demonstrationszug geworfen wurde. Hahslinger bestätigte zudem den Einsatz der Polizei-Sondereinheit WEGA.

16:50 Uhr: "Die Türkei ist stolz auf dich", rufen die tausenden Erdogan-Fans.

16:28 Uhr: Laut rotem Kreuz verlief bisher alles ruhig. Es gab nur einige Kreislaufzusammenbrüche.

16:20 Uhr: Erlaubt sind in der Albert-Schult-Halle 7.169 Zuschauer, laut ÖSTERREICH-Informationen sind es aber viel mehr.

© Dana Müllejans

(c) ÖSTERREICH/ Müllejans

16:17 Uhr: Erdogan dankt die die Gastfreundlichkeit der Österreicher. Es wird gebuht.

© Dana Müllejans

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16:15 Uhr: Erdogan: "Die Türkei ist gut durch die Krise gekommen."

16:09 Uhr: "Wenn ihr traurig seid, sind auch wir traurig, wenn es euch gut geht, geht es auch uns gut."

16:05 Uhr: Erdogan sagt, er ist stolz auf die Auslandstürken.

16:00 Uhr: Erdogan betritt die Bühne. DIe Stimmung in der Halle ist am Kochen.

15:54 Uhr: Zwischenfall bei der Gegendemo. Nach einem Glasflaschenwurf setzt die Polizei Tränengas ein. Berichte über Verletzte gibt es jedoch keine.

© ÖSTERREICH/ Pilz

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(c) ÖSTERREICH/ Pilz

15:48 Uhr: Unbestätigten Hinweisen zufolge, will eine Gruppierung an Fußball-Hooligans zu den Erdogan-Fans durchdringen und eine Schlägerei anzetteln. Die Wiener Polizie führt momentan verstärkt Personenkontrollen rund um die Eishalle durch.

15:46 Uhr: Erdogan ist in der Halle. Er wird mit roten und weißen Blumen begrüßt.

15:36 Uhr: Die Gegendemonstration verläuft weiterhin ruhig.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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15:25 Uhr: Laut ÖSTERREICH-Reporterin Müllejans ist die Stimmung in der Halle ausgelassen. Die Leute singen zu den Liedern des Vorprogramms mit.

15:17 Uhr: Erdogan kam heute mit Privatjet aus Ankara. Am Samstag folgt die nächste Rede in Lyon (Frankreich).

15:10 Uhr: Die Gegendemo hat mittlerweile ihren Marsch Richtung Kagran aufgenommen. Die Polizei hat weiträumig Sperren eingerichtet.

15:04 Uhr: Auch zahlreiche türkische Medien sind vor Ort und berichten live von der Rede.

© TZ ÖSTERREICH / Müllejans

(c) TZ ÖSTERREICH / Müllejans

14:45 Uhr: Laut letzten Informationen wird Erdogan um 15:30 Uhr in der Halle erwartet.

14:39 Uhr: Das Programm in der Albert-Schultz-Eishalle hat begonnen. Hunderte Fahnen werden geschwenkt.

14:33 Uhr: oe24-Reporter Clemens Pilz befindet sich auf der Gegendemo. Mehrere tausend Leute sind versammelt und hörden den eingeladenen Rednern zu. Zahlreiche junge Leute nehmen an der Demo teil, auch Famlien.

14:21 Uhr: Auch die Gegner von Erdogan haben sich versammelt.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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14:07 Uhr: Erdogan kam kurz vor 13.15 durch den Haupteingang des Grand Hotel am Ring. Vor dem Hotel waren zahlreiche Polizisten und Erdogan-Fans.

14:01 Uhr: Erdogan ist offenbar immer noch im Hotel und noch nicht auf dem Weg nach Kagran.

13:58 Uhr: Müllejans: "Immer wieder schallen Erdogan-Rufe durch die Halle. Die Spannung steigt."

13:54 Uhr: Furkan Kir, Lehrling (17): "Erdogan ist unser Stolz. Ich kriege eine Gänsehaut, wenn ich ihn sehe."

13:51 Uhr: Stimmen vor Ort: Muhammed Yazgi (26): "Ich bin ein großer AKP-Fan, darum bin ich hier. Viele sagen: Erdogan ist der Sultan der Türkei. Und ich finde das auch!"

13:45 Uhr: Fahnenprobe für Erdogan:

© TZ ÖSTERREICH / Müllejans

(c) TZ ÖSTERREICH / Müllejans

13:29 Uhr: Laut AKP Wien sind 550 Austro-Türken aus Tirol und 800 aus Vorarlberg angreist.

13:22 Uhr: Vor der Halle kommt es immer wieder zu Pfeifkonzert, weil der Einlass so lange dauert. Manche warten schon seit 4 Stunden.

13:10 Uhr: ÖSTERREICH-Reporterin Dana Müllejans ist für uns vor Ort und befindet sich schon in der Halle. Vor der Halle wird aufgrund der Hitze gratis Wasser verteilt.

© TZ ÖSTERREICH

Videowall vor der Halle (c) TZ ÖSTERREICH

12:54 Uhr: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat sich im Vorfeld des Besuchs des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Wien einigermaßen kritisch geäußert: "Unsere Demokratie wird das aushalten". Sie hoffe aber doch, dass Erdogan manche "Aussagen zu Hause lässt", so die Ministerin.

12:39 Uhr: Vor der Halle werden Fanartikel verkauft. Erdogan-Schals gib es um 10, Fahnen um fünf Euro

12:22 Uhr: Erst am 24. Mai hielt Erdogan eine provokante Rede in Köln. Damals hat er die Deutsch-Türken aufgerufen, sich nicht zu „assimilieren“, sie auf ihr Türkentum eingeschworen.

11:58 Uhr: In wenigen Minuten beginnt der Einlass in die Halle.

11:46 Uhr: Der Veranstalter informiert: Waffen aller Art, Nagelpfeilen oder Scheren sind in der Albert-Schultz-Halle verboten. Auch Deodorants, Feuerzeuge oder Parfüms dürfen nicht reingenommen werden.

11:24 Uhr: Insgesamt finden heute zwei Gegendemos statt:

  • Eine Demo wird vom Praterstern über die Reichsbrücke nach Kagran führen. Beim Donauzentrum in der Siebeckstraße ist die Abschlusskundgebung geplant. Die Polizei rechnet mit rund 10.000 Teilnehmern.
  • Ein weiterer Zug zieht ab 14 Uhr von der Oper über den Ring zur Votivkirche – etwa 1.000 Teilnehmer. Für die Polizei gilt: „Wir müssen verhindern, dass die Gruppen aufeinanderprallen.“ Das wäre Türkenkrieg in Wien.

10:51 Uhr: Die Rede und die Gegendemos sorgen für fünf Kurzführungen bei den Wiener Linien:

10:20 Uhr: Mittlerweile befinden sich schon rund 700 Austro-Türken vor der Halle. Die Stimmung ist friedlich, zahlreiche Fahnen werden geschwenkt.

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(c) TZ ÖSTERREICH

10:01 Uhr: „Gegen diesen Nationalismus stehen wir auf “, sagt Nadir Aykut, ein Austrotürke, der seit 27 Jahren in Wien lebt. Aykut hat zu Gegendemos aufgerufen. Zwei Protestmärsche sind geplant.

9:27 Uhr: Ein erster Blick vor die Albert-Schultz-Eishalle in Wien-Kagran:

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(c) TZ ÖSTERREICH

9:04 Uhr: Gegendemos, Angst vor Straßenschlachten und 2.000 Mann Polizeiaufgebot – der Wirbel, den der Erdogan-Kurzbesuch in Österreich auslöst, ist gigantisch. Rund eine Million Euro wird der Sondereinsatz der Polizei kosten. Einheiten aus den Bundesländern mussten zusammengezogen werden. Weil Feiertag ist, werden gesondert Überstunden bezahlt. Bei der Polizei herrscht Angst vor Ausschreitungen bei der umstrittenen Erdogan-Rede.

8:33 Uhr: Erdogan wird am Vormittag aus Ankara anreisen. Im Privatjet. Bleiben will er bis Freitagmittag.

8:00 Uhr: 24.000 Austro-Türken wollten Tickets für den heutigen Wien-Auftritt des Türkei-Premiers. Doch nur 7.000 haben in der Albert-Schultz-Eishalle in Kagran Platz. Vor der Halle wurde eine Video-Wall aufgestellt. Etwa zehntausend Erdogan-Fans haben hier Platz..

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