Korruptions-Clubbing

"Grasser-Gschnas" für Grüne kein Problem

Moser: "Weil Fasching ist, mach ich beim Korruptions-Clubbing mit."

"Weil Fasching ist, mach ich da mit." Für die Grün-Abgeordnete Gabriela Moser ist die Sache einfach. Sie sieht in einem für 2. März geplanten "Korruptions-Clubbing", zu dem sie gemeinsam mit ihren Kollegen Peter Pilz und Werner Kogler einlädt, kein Problem. Auch wenn darin von "dicken Schmiergeldkuverts" die Rede ist und man sich unter "bestechung@gruene.at" zu dem Event im Volksgarten anmelden kann, das "Grasser & Freunderln" gewidmet ist. "Das ist halt eine andere Ebene, politische Inhalte zu vermitteln", sagte Moser am Freitag. Ziel sei die Internet-Community.

Einladung zeigt Ex-Finanzminister mit Heiligenschein
Auch der Geschäftsführer des Grünen Parlamentsklubs, Robert Luschnik, findet nichts Anstößiges an dem "Korruptions-Clubbing" und der Einladung dazu, auf deren Kopf das Konterfei des Ex-Finanzministers - mit Heiligenschein - prangt. "Das ist eine Satire. Jeder weiß, wie das gemeint ist," so Luschnik. Rechtliche Probleme, etwa im Hinblick auf den Vorwurf einer strafbaren Handlung oder eine Vorverurteilung sieht der Jurist nicht: "Das ist kein konkreter Vorwurf gegen irgend jemanden." Rechtliche Schritte im Zusammenhang mit der Einladung hält der Klub-Geschäftsführer für "chancenlos", auch wenn darin "Sponsoren" namentlich genannt werden, die "angefragt" seien: Buwog, Hypo Alpe Adria, Meinl Bank, Porr, Immofinanz, Novomatic, EADS und das Autohaus Grasser.

Von der Satire- zur Sach-Ebene
Von dieser "Satire"-Ebene wieder auf eine Sachebene zurückzufinden, sieht wie Luschnik auch Moser nicht als schwierig an. "Ich betreibe die Sachebene ohnedies ständig, das geht ja parallel weiter", sagt sie. Die Veranstaltung im Volksgarten, bei dem der "Eintritt frei mit Föhnwelle" ist, "sonst mit dicken Schmiergeldkuverts", sei schlicht ein "Korruptions-Gschnas, eine Erfindung unserer Kreativabteilung", wie die Grün-Mandatarin sagt.

"Jägerball der anderen Art"

"Verkleiden Sie sich als Finanzminister", haben sich die Kreativen da einfallen lassen, oder "als Staatspolizist, als Julius Meinl, Walter Meischberger, Peter Hochegger, Alfons Mensdorff-Pouilly, Peter Westenthaler, oder ...?" Bei einer "Mitternachtseinlage" soll dann das beste Kostüm prämiert werden, "durch eine völlig unabhängige Vergabekommission". Zu dem "Jägerball der anderen Art" zu laden, sei "der Saison angepasst", so Moser: "Ich bin da seit zehn Jahren mit tierischem Ernst dahinter."

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