Antwort auf Erdogan-Drohung

Kickl will türkische Häftlinge zurückschicken

Nach der Drohung des türkischen Präsidenten, ab Montag IS-Mitglieder in ihre Heimatländer zu schicken, reagiert nun FPÖ-Klubobmann Kickl. 

Wien, Ankara. Die Türkei will die gefangenen ausländischen Anhänger der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ab Montag in ihre Heimatländer zurückschicken. Nun reagiert der FPÖ-Klubobmann auf die Drohung des türkischen Innenministers seinerseits mit einer Warnung. "Die Türkei will uns Dschihadisten schicken? Dann schicken wir Österreicher ihnen doch gleich einmal alle in unseren Gefängnissen einsitzenden türkischen Häftlinge. Das wäre mal ein Anfang", schreibt Kickl in einer Aussendung. 

Kickl: "Förderungen stoppen"

Außerdem könne man in Österreich noch andere Maßnahmen setzen, solle Erdogan und die Türkei ihre Drohung ernst machen und IS-Mitglieder in ihre Heimatländer zurück zu schicken, so Kickl und zählt auf, keine Förderungen mehr an türkische Institutionen wie beispielsweise Kultur- und Bildungsvereine mehr zu vergeben. Außerdem könnte man bis auf Weiteres keine österreichische Staatsbürgerschaft an Türken verleihen.
 
Kickl erinnert auch an die Drohung Erdogans, Hunderttausende Migranten nach Europa zu schicken. "Es war unverantwortlich, dass unsere Planungen im Innenministerium einer echten Abwehr von illegalen Migranten direkt an der Grenze – inklusive eines Zauns an Druckpunkten – offenbar von der Übergangsregierung eingestampft wurden, statt sie intensiv voranzutreiben", sagt der FPÖ-Klubobmann.
 

Westen weigert sich, IS-Mitglieder zurückzunehmen 

In den vergangenen Jahren wurden zudem zahlreiche IS-Kämpfer und deren Angehörige in Syrien und dem Irak gefangen genommen. Allein die syrische Kurdenmiliz YPG hält Zehntausende Jihadisten und ihre Frauen und Kinder in Haft, darunter viele Europäer. Der Umgang mit ihnen sorgt seit Langem für Kontroversen, da sich die meisten Heimatländer unter Verweis auf Sicherheitsrisiken bisher weigern, ihre Staatsbürger zurückzuholen.
 
In der Türkei ist die Weigerung des Westens auf Kritik gestoßen, die eigenen Bürger zurückzuholen. Im Westen wiederum gab es wegen der türkischen Offensive gegen die YPG in Nordsyrien Sorgen, dass die Zehntausenden IS-Anhänger in kurdischer Haft die Chance zum Ausbruch nutzen könnten. Tatsächlich gelang einigen IS-Kämpfern während der Kämpfe die Flucht, doch wurde ein Teil davon wieder gefasst, einige durch die türkische Armee.

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