Mobbing-Vorwürfe im Verfassungsschutz

Interne Ermittlungen gegen BVT-Mann

Mobbing-Vorwürfe im Verfassungsschutz

Verfassungsschutz ermittelt gegen eigenen Beamten. Mehrere Frauen beschuldigen ihn.

Wien. Er habe sie wiederholt gefragt, ob sie „keusch leben“ würden, ihnen apokalyptische Szenen heraufbeschworen, wonach sie wegen ihres „sündigen“ Lebens „in der Hölle brennen“ würden. Und ihnen angeblich gesagt, dass sie sich „nicht scheiden lassen“ dürften. Mehrere Mitarbeiterinnen des Innenministeriums – konkret des Bundesamts für Verfassungsschutz – haben schwere Vorwürfe gegen ­einen Mitarbeiter des BVT erhoben.

Im September wurde die erste Aussage protokolliert. Jetzt laufen interne Ermittlungen. Mehrere Frauen haben den „sehr katholischen“ Mitarbeiter in diesem Vorverfahren belastet. Einige Mitarbeiterinnen verteidigten ihn. „Es herrscht ein Klima der Angst“, sagt ein In­sider aus.

Beamter: Vorwürfe werden "sorgfältig geprüft"

Konfrontiert. ÖSTERREICH hat den Beamten per E-Mail mit den Vorwürfen konfrontiert. Er kontert schriftlich: „Sie können sich darauf verlassen, dass die Vorwürfe gegen mich im Bundesministerium für Inneres sehr sorgfältig geprüft werden. Ich gehe davon aus, dass sich ­diese Vorwürfe letztlich als haltlos erweisen werden.“

Die Verfassungsschutzchefs Peter Gridling und Dominik Fasching – der Ver­fassungsschutz wollte sich auf ÖSTERREICH-Nachfrage nicht offiziell äußern – sind jedenfalls voll informiert.

Derzeit würden die „Verdächtigungen genau geprüft“, sagt ein Insider. Immerhin würden einige BVT-Mitarbeiterinnen diesem Kol­legen „Mobbing“ vorwerfen. Eine Frau habe angegeben, sich durch dieses „Frauenbild“ belästigt gefühlt zu haben. Auch Vergleiche mit „Maria Magdalena“ seien gefallen. Derzeit steht jedenfalls Aussage gegen Aussage.

Auf ÖSTERREICH-Anfrage bezüglich dieser internen Ermittlungen gegen den BVT-Mann antwortet das Innenministerium: „Generell wird im Fall von solchen Vorwürfen natürlich intern geprüft und der Fall, wenn notwendig, der Disziplinarkommission übergeben.“

Unter den Frauen, die ausgesagt haben, befinden sich jedenfalls langjährige Beamtinnen des Verfassungsschutzes. Eine der Betroffenen: „Am Anfang haben wir dieses Frauenbild wegge­lächelt, aber letztlich wurde es unerträglich.“

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