Schönborn verteidigt Linzer Weihbischof

Diskussion

Schönborn verteidigt Linzer Weihbischof

Während Kardinal Schönborn die Ernennung Wagners zum Linzer Weihbischof verteidigt, hagelt es von den Wiener Theologen harsche Kritik.

Kardinal Christoph Schönborn hat die Ernennung Gerhard Maria Wagners zum Linzer Weihbischof verteidigt. Wagner führe seine Pfarre "hervorragend", die Leute würden ihn mögen, so Schönborn in einer Gratiszeitung. "Vielleicht ist er etwas kantig, liebt kernige Sprüche. Aber vor Ort scheint er es gut zu machen", erklärte er. Schönborn wies auch darauf hin, dass Wagner den "besten Kontakt" zur Jugend habe. Er betonte auch, dass konservativ "bewahrend" bedeute und "ein wenig mehr Bewahren tut uns doch allen gut".

Kritik von Wiener Theologen
Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien übt währenddessen Kritik an der Aufhebung der Exkommunikation der vier Traditionalisten-Bischöfe der Pius-Bruderschaft und an der Ernennung des neuen Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner durch Papst Benedikt XVI.

Die katholische Kirche solle "weiterhin eine glaubwürdige Vertreterin des ökumenischen Dialogs, des Dialogs mit den anderen Religionen, eine aufrichtige und demütige Freundin des Judentums und eine Anwältin für die Menschenwürde" sein, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung, für die Dekan Martin Jäggle verantwortlich zeichnet.

Gegen Pius-Bruderschaft
Da die Pius-Bruderschaft fundamentale Lehren und Überzeugungen der katholischen Kirche ablehnt, gebe es keine Grundlage für eine institutionelle Eingliederung der "Pius-Brüder" in die Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil sei ein "unverzichtbarer Teil" der kirchlichen Tradition. Solange die Bruderschaft dessen "unaufgebbare Errungenschaften" wie die Religions- und Gewissensfreiheit sowie den ökumenischen bzw. interreligiösen Dialog ablehnt, "stellt sie sich selbst außerhalb der Kirche", heißt es in der Erklärung.

Die Fakultät begrüßt die "klaren Aussagen" von Kardinal Christoph Schönborn zur "Ungeheuerlichkeit einer Leugnung der Shoah" durch Bischof Richard Williamson und die Aufforderung des Papstes, Williamson müsse widerrufen und sich entschuldigen.

"Bedauern und Besorgnis"
"Bedauern und Besorgnis" äußert die Fakultät zur Ernennung von Gerhard Maria Wagner als Weihbischof der Diözese Linz. Es sei "zu befürchten, dass dadurch das Ansehen der Kirche in der Gesellschaft Schaden nimmt". Konkrete Kritikpunkte sind die "theologisch unhaltbare Kommentierung von Naturkatastrophen" durch Wagner und die "fachlich inkompetente Äußerung zu Jugendliteratur".

Auch die Äußerung Wagners, "der Islam ist eine Gefahr", scheine zu bestätigen, "wie wenig er mit einer Kirche des Dialogs vertraut sein dürfte". Diese Einschätzung des Islam "torpediert alle kirchlichen, insbesondere päpstlichen Bemühungen um einen Dialog mit dem Islam", ignoriere aber auch Vorgaben des Konzils und der "Charta Oecumenica" hinsichtlich der Wertschätzung der Muslime.

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