Schwere Vorwürfe gegen EU-Abgeordnete

Betrug und Untreue

Schwere Vorwürfe gegen EU-Abgeordnete

Hella Ranners (V) Ex-Arbeitgeber hat eine Anzeige eingebracht.

Die Europaabgeordnete Hella Ranner (ÖVP) ist mit einer Anzeige ihres ehemaligen Arbeitgebers "wegen gewerbsmäßigem Betrug und Untreue" konfrontiert. Die Anwaltskanzlei SCWP wirft Ranner in einer bei der Staatsanwaltschaft Graz eingebrachten Anzeige vor, die Kanzlei um einem Gesamtbetrag von zumindest 356.276,62 Euro geschädigt zu haben - "vornehmlich durch erschlichene Prämien und ungerechtfertigt erstellte Honorarforderungen" zwischen 2006 und 2008.

"Habe sicher nichts abgezweigt"
Auch soll sich die Abgeordnete "ohne jede Grundlage oder Genehmigung der Mitgesellschafter" Beträge in Höhe von 90.000 Euro überwiesen haben. Weitere Überweisungen sollen der Anzeige zufolge an das Finanzamt Graz gegangen sein, an eine Versicherung, an einen Anwalt sowie an ein Konto für eine Zusatzpension. Die Abgeordnete Ranner erklärte dazu: "Ich kenne diese Anzeige noch nicht. Aber: Ich habe sicher nichts abgezweigt. Die Anschuldigungen gegen mich, die ich den Medien entnehme, sind falsch und ich weise die Vorwürfe  entschieden zurück. Ich bin entsetzt, über die Medien informiert zu werden. Bisher hat mir niemand den Anzeigetext zur Kenntnis gebracht", erklärte Ranner am Montag in einer Aussendung.

Laut Ranner handelt es sich um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung zwischen ehemaligen Geschäftspartnern. "Wer das an die Öffentlichkeit zerrt, bevor es rechtlich geklärt ist, dem geht es nicht um die Sache, sondern möchte offensichtlich eine politische Schmutzkübelkampagne anzetteln", so die EU-Abgeordnete.

Sie habe sich deshalb bisher nicht zu den Vorgängen aus ihrer früheren beruflichen Anwaltstätigkeit geäußert, weil es einfach um eine rechtliche Klärung verschiedener Sachverhalte gehe. "Jetzt zwingt man mich zu reagieren. Ich werde mit meinen Anwälten rechtliche Schritte einleiten. Die Behauptungen sind haltlos", so Ranner.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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