Video zum Thema ÖVP: Pressekonferenz zu "Fälschungsskandal"
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Skandal um Fake-Mails

Dieser Mann steckt hinter den E-Mail-Enthüllungen

Die laut ÖVP gefälschten 
E-Mails zur Ibiza-Affäre lagen dem Onlinemedium EU-
Infothek vor. Wie die ÖVP 
bestätigte, kam die Anfrage von dieser Plattform, die mehrmals über die Hintergründe des Ibiza-Videos berichtet hatte. Über den Inhalt der E-Mails berichten werde man aber erst, wenn eine Fälschung ausgeschlossen werden könne. Herausgeber Gert Schmidt hatte sich bemüht, die Hintergründe des Ibiza-
Videos aufzudecken – die ­EU-Infothek wird seitdem von HC Strache gerne geteilt.     

Die ÖVP ging Montagfrüh in die Offensive. Der Grund dafür: Eine angebliche E-Mail-Korrespondenz im Zusammenhang mit der Ibiza-Affäre zwischen Kurz und Blümel, die die ÖVP belastet. 

Was ist passiert?

Vergangenen Freitag hat ein österreichisches "Investigativmedium" die ÖVP mit E-Mails belastet, die die Türkisen in die FPÖ-Ibiza-Affäre hineinziehen sollen. ÖSTERREICH hat recherchiert und fand heraus, dass es sich dabei um die Website EU-Infothek handelt, die schon "Enthüllungen" zur Ibiza-Affäre brachte. EU-Infothek-Chef Schmidt konfrontierte die ÖVP mit den Erkenntnissen. Der Schriftverkehr zwischen Sebastian Kurz und Gernot Blümel soll demnach bereits im Februar 2018 stattgefunden haben. Über den konkreten Inhalt ist jedoch noch nichts bekannt - ÖVP-Generalsekretär Nehammer und Kurz haben sich bislang nicht dazu geäußert. 

Interne Prüfung & Erstellung eines Gutachtens

Bei der ÖVP sei man sich ziemlich schnell bewusst gewesen, dass es sich hierbei um "gefälschte" E-Mails handelte. Das führte zu einer internen Prüfung und einem Gutachten, das von der ÖVP in Auftrag gegeben wurde. Es konnten jedoch nur Screenshots bzw. PDF-Dokumente sowie technische Daten bewertet werden. Über die E-Mails selbst verfügt die ÖVP nach eigenen Angaben nicht. 

Falsches Datum gibt Rätsel auf

Die ÖVP verteilte das Gutachten des Beratungsunternehmens Deloitte Forensic, um diese "plumpe Fälschung" zu bestätigen. Ein falsches Datum sei Hinweis auf eine Fälschung: So wurde eine E-Mail am Montag, 27. Februar 2018 verschickt. Dieses Datum fällt allerdings auf einen Dienstag. Es wurde die pazifische Zeitzone verwendet. Ebenfalls auffällig: Die IP-Adresse sei nicht der Wiener ÖVP zugeordnet, außerdem könnte die Adresse nur zum Empfang und nicht zur Versendung verwendet werden. 

Kurz: "Versuch, uns massiv zu diffamieren"

„Das ist der Versuch, uns massiv zu diffamieren und unter an­derem die ÖVP in die Ibiza-Enthüllungen hineinzuziehen", so Sebastian Kurz. Die ÖVP hat daraufhin eine Anzeige ­wegen des Delikts der Täuschung (§ 108 Strafgesetzbuch) eingebracht.

Server-Ungereimtheiten

Dann stellte sich aber heraus: In der Deloitte-Stellungnahme heißt es, dass die in den – „gefälschten“ – ­E-Mails angeführte IP-Adresse (92.51.182.1) auf hosteurope.de und nicht auf wien.oevp.at registriert sei. Der Wiener IT-Unternehmer Michael Eisenriegler wies darauf hin, dass die tatsächliche IP-Adresse der Wiener ÖVP (92.51.182.37) zum selben Adressbereich gehöre. Die ÖVP bestätigte das – hosteurope.de arbeite aber erst seit 2019 für die ÖVP, die „gefälschten“ E-Mails stammten aus 2018.

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