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Ex-Abgeordnete packt aus:

Barbara Kappel: ''Ich war Geldbotin für die FPÖ''

Jetzt packt eine wichtige Zeugin im Spenden-Krimi aus: Sie lieferte Bares an die FPÖ.

„Ja, ich kenne ihn schon seit vielen Jahren“, bestätigt die Ex-EU-Abgeordnete Barbara Kappel gegenüber ÖSTERREICH, dass sie den bulgarischen Unternehmer S. schon öfter getroffen hat. Für die FPÖ-Politikerin ist diese Bekanntschaft nicht wirklich hilfreich: Der häufig in Wien lebende Geschäftsmann steht aktuell unter dem Verdacht der Geldwäscherei, bei einer Verurteilung nach § 165 Strafgesetzbuch drohen S. bis zu zehn Jahre Haft.

"Eine eher gefährliche
 Person, er war Agent"

Von diesem Unternehmer weiß Kappel: „Sein Telefon wird abgehört. Und ich weiß auch, dass gegen ihn ermittelt wird. Er ist eine eher gefährliche Person, angeblich ein ehemaliger Agent des bulgarischen Geheimdienstes.“

Die FPÖ-Politikerin sagt dann auch, was sie für S. im Jahr 2018 erledigen sollte – und wie sich der Bulgare revanchiert hätte: „S. wollte mit einem Partner die bulgarische Pensionskasse aus einem österreichischen Versicherungskonzern herauskaufen, acht Millionen waren schon investiert. Das Geschäft stockte aber, und ich wurde um eine Intervention gebeten.“

"›Wie viel?‹ Strache
 antwortete: ›100.000‹"

Dafür hätte sich Kappel dann das Okay von Parteichef Heinz-Christian Strache geholt: „Strache meinte bei einer Veranstaltung im Palais Niederösterreich: ,Wenn du ihm schon mit so viel Einsatz hilfst, soll er doch etwas für die Partei spenden.‘ Ich fragte: ,Wie viel?‘ Strache antwortete: ,100.000.‘“

Bargeld ging dann an
 Ex-Nationalrat der FPÖ

Der Bulgare zahlte: Nicht 100.000 Euro, aber immerhin 55.000, sagt jetzt Kappel, nachdem sie bisher zu all den seit November bekannten Vorwürfen geschwiegen hat: „Es waren drei Treffen in einem Wiener Fünf-Sterne-Hotel an der Ringstraße. Das Geld war in Kuverts.“ Das Geld hätte Kappel an „einen Mittelsmann“ (der Name ist der Redaktion bekannt) gegeben: „Ja, ich habe die Parteispende an den Parteifreund weitergegeben. Was der damit machte, weiß ich nicht.“ Zu diesem erst vor 25 Tagen verstorbenen Ex-Nationalrat hätte Strache ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis gehabt.

Konto-Öffnung 
bei Wiener Privatbank?

Schon seit Wochen ermittelt auch die Kripo gegen den Bulgaren. ÖSTERREICH liegen dazu vertrauliche Unterlagen zum Ermittlungsstand vor: Bei einer Privatbank soll das Konto der Firma S. AG geöffnet werden, die Ermittler wollen mehreren „inkriminierten Geldflüssen“ nachgehen. Das Unternehmen S. AG hat nämlich vier Darlehen mit hohen Summen (von 100.000 Euro bis zu drei Millionen Euro) an andere Firmen vergeben, um angeblich damit zu verschleiern, dass sich S. diese Gelder angeeignet hätte. Die mögliche Beutesumme: 3,9 Millionen Euro.

Richard Schmitt

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