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Grüne EU-Abgeordnete

Affäre erfunden: Schilling entschuldigt sich bei ORF-Star Thür

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Die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling entschuldigt sich bei ORF-Moderator Martin Thür: "Mein Verhalten war geeignet, Martin Thür zu schaden. Das bedauere ich und werde es künftig unterlassen." 

Nach Wochen öffentlicher Zurückweisungen während des Wahlkampfs schlägt die grüne EU-Abgeordnete andere Töne an: Sie entschuldigt sich bei Martin Thür, der heuer die ORF-Sommergespräche moderiert. 

Schilling will Prozess verhindern

Am 5. Juli erscheint Schilling bei einem Notar im dritten Wiener Bezirk, berichtet der Standard am Donnerstag. Schillings Aussage soll einem weiteren Konflikt, der sich zu einem Prozess ausweiten könnte, vorbeugen.

Sie kennt Thür gar nicht

In der offiziellen Form des notariellen Protokolls räumt Schilling ein: Sie sei mit dem ORF-Journalist Martin Thür weder persönlich noch digital bekannt. Dennoch habe sie "gegenüber Dritten den falschen Eindruck erweckt, ich hätte mit Martin Thür ein Verhältnis gehabt". Das bedauere sie und werde sie künftig unterlassen. 

Thür sagt: Habe Schilling noch nie getroffen

Was ist passiert? Als Lena Schilling zu den Grünen in die Politik einstieg, hatte sie begonnen, Gerüchte über sich und Thür zu verbreiten. Sie sollen eine Affäre gehabt haben, behauptete Schilling fälschlicherweise.

Thür war in den vergangenen Monaten immer wieder auf eine angebliche Affäre mit Schilling angesprochen worden, obwohl er die Klimaaktivistin und heutige Grünen-Politikerin nach eigenen Angaben noch nie getroffen habe.

Im Bericht wird Thür so zitiert: "Sie können sich vorstellen, mit welcher Verwunderung ich die erfundenen Gerüchte der letzten Zeit erlebt habe, auf die mich immer mehr Menschen angesprochen haben." 

ORF-Star Thür moderiert im Sommer Gespräche mit den Spitzenpolitikern der Parteien

 

Schon im Mai lag nahe, dass Schilling Gerüchte erfunden und verbreitet habe. Auch einem anderen Moderator habe sie fälschlicherweise Belästigung unterstellt, heißt es.

Vergleich mit Ehehpaar Bohrn Mena, jetzt Entschuldigung bei ORF-Star

Außerdem habe sie behauptet, bei dem Ehepaar Sebastian und Veronika Bohrn Mena sei es zu häuslicher Gewalt gekommen. In einem prätorischen Vergleich verpflichtete sich Schilling bereits im April, derartige Aussagen über die Bohrn Menas künftig zu unterlassen.

Jetzt hat neben dem Ehepaar Bohn Mena auch ORF-Star Martin Thür eine Unterlassungserklärung von Schilling erwirkt.

Schilling hat also erneut eine Unterlassungserklärung unterschrieben, beurkundet vor einem Notar.

Schilling: "Habe auch Gerüchte über Thür und dritte Person verbreitet"

Schilling gab zu Protokoll, sie habe "auch zu einem früheren Zeitpunkt Gerüchte betreffend das Privatleben von Martin Thür und dritter Personen verbreitet". Das werde sie künftig unterlassen, verpflichtete sich Schilling. 

Schilling dichtete ORF-Mann Affäre mit sich selbst und anderer Frau an

Die grüne EU-Abgeordnete darf jetzt weder Gerüchte über eine Affäre zwischen ihr und Thür erzählen, noch Lügen über eine Affäre von Thür mit einer anderen Frau verbreiten.

Thür bereitete Klage im EU-Wahlkampf vor

ORF-Star Martin Thür ist bereits während des EU-Wahlkampfs wegen einer derartigen Erklärung von Schilling zu seinem Rechtsbeistand gegangen. "Ich habe die Sache meinem Anwalt übergeben. Diese hat Frau Schilling vor der EU-Wahl zur Richtigstellung ihrer unwahren Äußerungen aufgefordert. Da sie das abgelehnt hat, hat mein Anwalt eine Klage vorbereitet", wird der ORF-Journalist im Bericht zitiert.

In Interviews klang Schilling früher anders

Dem Vernehmen nach habe es damals geheißen, Schilling bestreite, je über ein Verhältnis zu Thür gesprochen zu haben. In Interviews erklärte die damalige EU-Spitzenkandidatin: "Ich habe nie mutwillig Gerüchte in die Welt gesetzt oder wollte irgendjemanden belasten." 

Parteichef Werner Kogler hatte sie stets verteidigt. Auch die grüne Generalsekretärin Olga Voglauer rückte aus, mit wenig erfolgreichen Pressekonferenzen.

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© apa
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Grünen geben Stellungnahme ab: "Schilling hat nicht klar kommuniziert" 

Nach Schillings Entschuldigung gehen auch die Grünen in der Sache an die Öffentlichkeit: "Martin Thür und Lena Schilling sind einander nicht persönlich bekannt. Gerüchte über ein Verhältnis der beiden sind falsch. Lena Schilling hat dazu in der Vergangenheit nicht klar kommuniziert, sie hat entsprechende Gerüchte nicht dementiert".

Um Verantwortung für ihren Fehler zu übernehmen und Schaden von Martin Thür abzuwenden habe sie daher notariell beglaubigt, dass es ein entsprechendes Verhältnis nicht gegeben habe.  

Thür sieht sich bestätigt und wird so zitiert: "Nun hat Frau Schilling in einem notariellen Protokoll doch bestätigt, mich nicht zu kennen, und Verantwortung übernommen. Damit ist diese Sache für mich erledigt."

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