Affären

Austro-Pass von Epstein wird Fall für das Parlament

In den Ermittlungsakten rund um den Kinderschänder Jeffrey Epstein findet sich auch ein österreichischer Pass mit einem fingierten Namen. Die FPÖ befragt die Außenministerin jetzt dazu im Parlament. 

Die Epstein Files mischen derzeit ein gutes halbes Dutzend westlicher Länder auf, der britische Premier steht vor dem Rücktritt, in den USA sorgen die Enthüllungen für enormen Wirbel. Doch auch in Österreich ist Epstein Thema - so wurde ein Foto veröffentlicht, das einen grünen - also alten - österreichischen Reisepass mit Epsteins Foto zeigt. Der Name des Passinhabers lautet allerdings auf „Marius Robert Fortelini“.

Hafenecker
© ORF

Nun, die FPÖ will jetzt eine Klärung der Causa im Parlament erreichen. FPÖ-General Christian Hafenecker schreibt in einer parlamentarischen Anfrage an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die oe24 vorliegt: „Fotos belegen, dass der Reisepass jedenfalls am 21. Mai 1982 von einem Oberkommissar der ‚Bundespolizeidirektion Wien‘ beglaubigt wurde. Das Außenministerium hat sich zu dieser Causa bisher überhaupt in Schweigen gehüllt, obwohl bereits zahlreiche ‚Österreich-Bezüge‘ aus den Akten ersichtlich sind.“ Der „Zweit-Reisepass“ Epsteins soll im Jahr 1982 unter der Regierung Bruno Kreisky IV und dem damaligen Innenminister Erwin Lanc ausgestellt worden sein. Marius Fortelini soll in Wahrheit ein in den USA lebender Österreicher sein. Hafenecker stellt zudem eine Verbindung zum seinerzeitigen US-Botschafter in Wien, Ronald Lauder, her, der „ganze 954-mal in den Epstein Files aufscheint.“

Beate Meinl-Reisinger
© APA/HELMUT FOHRINGER

Konkret will Hafenecker wissen, welche Botschaft den Pass ausgestellt habe, ob Meinl-Reisingers Amtsvorgänger Alexander Schallenberg davon wusste - und ob Epstein sogar eine österreichische Staatsbürgerschaft hatte. Insgesamt 10 Fragen muss die NEOS-Ministerin jetzt bis 11. April beantworten.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten