Postenschacher?

Grüne Sympathisantin verliert Firma, Gewessler gibt ihr Top-Job

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Das Klimaschutzministerium setzt eine Marketingexpertin neu in den ASFINAG-Aufsichtsrat. Pikant: Sie hat gerade erst ihre Firma verloren und unterstützte die Grünen.

Riesenwirbel um einen neuen Top-Job im ASFINAG-Aufsichtsrat. "Postenschacher!", ruft die Opposition.

Bei der Hauptversammlung am Dienstag wurde eine Grünen-Sympathisantin neue Aufsichtsrätin. 

Es geht um Digitalisierungsexpertin Ana Simic (46). Sie ist neu im sechsköpfigen Aufsichtsrat der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft. 

"Besetzung des ASFINAG-Gremiums wird zur Farce"  

Als "lupenreinen Postenschacher und eine Vortäuschung falscher Tatsachen" wettert FPÖ-General Christian Hafenecker gegen die Wahl von Ana Simic als neues Aufsichtsratsmitglied in der ASFINAG.

Aussendung des Gewessler-Ministeriums fehlerhaft

Die Neo-Aufsichtsrätin wird in der Aussendung des Gewessler-Ministeriums als Digitalisierungs- und Marketingexpertin vorgestellt, die derzeit als Managing Director Austria bei Dain Studios tätig sein soll. 

"Besagte Firma ist laut WKO allerdings liquidiert", berichtet Hafenecker. Ein Fakt, den der wirtschaftscompass bestätigt.

"Zudem kandidierte Simic am Listenplatz 7 für die Grünen bei der Bezirksvertretungswahl Wien-Alsergrund im Jahr 2020", so Hafenecker.

Tatsächlich steht im Firmenbuch, dass die Firma Ende Dezember aufgelöst wurde. Anfang Jänner bekam Simic dann den Sitz im ASFINAG-Aufsichtsrat.

"Verwehren uns gegen das Infragestellen der offensichtlichen Qualifikation" 

Auf oe24-Anfrage heißt es aus dem Klimaschutzministerium: "Ana Simic hat langjährige Erfahrung in Leitungsfunktionen bei großen österreichischen Unternehmen wie Henkel und A1 Telekom."

"Die hervorragende Kompetenz war das einzige Kriterium für ihre Besetzung", heißt es aus Gewesslers Ministerium. "Wir verwehren uns gegen das Infragestellen der offensichtlichen Qualifikation von Frau Simic und vielen anderen Besetzungen, nur zum Zweck der Ministerin persönlich zu schaden."

Zur Bezeichnung als Geschäftsführerin in der Aussendung gab es keinen Kommentar.

Unten ein Faksimile aus dem Firmenbuch zur Auflösung der Firma. 

Auflösung der Firma im Dezember. Im Jänner neuer Job in der ASFINAG.

Auflösung der Firma im Dezember. Im Jänner neuer Job in der ASFINAG. 

© wirtschaftscompass
× Auflösung der Firma im Dezember. Im Jänner neuer Job in der ASFINAG.

Leonore Gewessler ist ihrem Job als Verkehrsministerin offenbar nicht gewachsen", tobt Hafenecker.

"In den Reigen der grünen Postenbesetzungen, die ihr bereits eine Rüge der Bundesgleichbehandlungskommission einbrachte, gesellen sich nun auch plumpe Postenschacher-Besetzungen in der ASFINAG. Nachdem ihr Intimus, BMK-Generalsekretär Kasser, Finanzchef wurde, wird die grüne Parteigängerin Simic, von Gewessler als „Expertin“ und „Managing Director“ tituliert, neue Aufsichtsrätin. Dabei managt Simic offenbar ein bereits liquidiertes Unternehmen, das überhaupt nur ein Jahr geschäftlich tätig war", kritisiert Hafenecker, der sich fragt "warum man der Öffentlichkeit in einer offiziellen Aussendung des Klimaschutzministeriums falsche Tatsachen vorspiegelt."

Firma existierte wenige Monate, 35.000 Euro Verlust

Fakten. Am 24.08.22 wurde die Dain Studios Austria GmbH gegründet. Alleingesellschafter ist die Dain Group Oy mit Sitz in Finnland. Neben einen Stammkapital von EUR 35.000,00 wurde eine Kapitalrücklage von EUR 315.000,00 einbezahlt. Gegenstand des Unternehmens ist die Unternehmensberatung.

Die Firma existierte nicht einmal ein Jahr lang. Die Vermutung liegt nahe, dass die Operationen nicht wie geplant verlaufen sind. Es dürfte eine größere und längerfristige Operation geplant gewesen sein, da zusätzlich zum Stammkapital eine Drittelmillion Euro einbezahlt worden ist.

Im Zeitraum 24.08.22 bis 31.12.22 häufte die Firma einen Verlust von rund 35.000 Euro an.

Simic ist Liquidator, nicht mehr Geschäftsführerin

Die korrekte Bezeichnung von Ana Simic bei Dain Studios müsste in der Aussendung des Klimaministeriums "Liquidator" heißen, nicht "Geschäftsführerin".

Ablauf. Am 23.11.2023 wurden Frau Simic (und ein zweiter Geschäftsführer) als Geschäftsführer abberufen und gleichzeitig als Liquidator bestellt.


Am 07.12. 2023 haben Frau Simic und der zweite Geschäftsführer dann den Antrag auf Liquidation gestellt.

Frau Simic war somit vom 24.08.22 bis 23.11.23 Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung die einem finnischen Unternehmen gehörte. Derzeit ist sie für die Liquidation dieses Unternehmens verantwortlich.
  

  

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