Ekelhafter Wahlkampf als Gefahr

Das sagt Österreich

Ekelhafter Wahlkampf als Gefahr

Der Wahlkampf gleicht dem Präsidentschaftswahlkampf in den USA: es wird schmutzig.

Schüsse. In den USA war Pizzagate – die Geschichte eines frei erfundenen Kinderpornorings in einer Pizzeria in Washington, D. C. – Tiefpunkt des Wahlkampfes. Dubiose Internetseiten behaupteten, dass Hillary Clinton Teil dieses nicht existierenden Rings sei. Dass der Lokalbesitzer ein Verlies habe und dort Kinder quäle. Alles fake. Die Schüsse danach – von einem Mann, der die falschen Gerüchte glaubte – waren leider real.
 
Gerüchte. Ein Vorfall, der der heimischen Politik eine Mahnung sein sollte. Keine Seite im Wahlkampf ist zimperlich. Im Visier scheint derzeit Sebastian Kurz zu sein. Wenn ein einstiger Polit-Mitarbeiter „Beweise“ über angeblich seltsame Verbindungen zwischen Kurz und einem schillernden Gastronomen hat, soll er sie offenlegen. Gerüchte rein privater Natur – ohne jeglichen Beweis – online zu kolportieren, ist aber ekelhaft. Auch, dass Tirols SP-Chef Dornauer Unterstellungen gegen die VP twittert, weil sie ja „wahr sein könnten“, ist nur unwürdig.
 
FP profitiert. Der VP-Chef selbst hätte freilich nie – ohne Beweis – spekulieren sollen, dass SP-Berater hinter dem Ibiza-Video stecken würden. Ebenso wenig wie Rote und Blaue – ohne Fakten zu liefern – die ÖVP verdächtigen sollten. Am Ende schaden sich übrigens – fast – alle selbst. Von dem Gefühl, dass „alle Dreck am Stecken“ hätten, wird nach dem blauen Ibiza-Skandal nur die FPÖ profitieren. Die Intention von Pizzagate war übrigens, Donald Trump zu helfen.

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