Politik-Insider

Grüner Zwist um Lockerungstaktik

Mediziner Wolfgang Mückstein und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne)
© APA/ROLAND SCHLAGER
Eine Sitzung der Wiener Grünen zeigte gestern, dass der Großteil den „Wiener Weg“ jenem des Bundes vorzieht.
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Gespalten. Offene Kritik will kaum einer an ihm üben. „Sonst ruft uns gleich wieder Sigi Maurer an“, sagen mehrere Grüne. Die grüne Klubobfrau wolle nicht, dass man den grünen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein öffentlich in Frage stelle.

Die Wiener Grünen trauen sich noch am ehesten einen eigenständigen Weg zu. Sie – das zeigte gestern eine Sitzung der Stadt-Grünen – unterstützen zumindest hinter den Kulissen den „Wiener Weg“ von Michael Ludwig.

Der Wiener Gemeinderat der Grünen Hans Arsenovic lobte auf oe24.TV ganz offen den vorsichtigeren Kurs des Roten und würde sich einen solchen auch vom eigenen Gesundheitsminister wünschen. Eine Linie, die zumindest in Wien offenbar von der Mehrheit goutiert wird.

Aber auch bei den Bundes-Grünen reagiert man auf die öffentlichen Auftritte des Gesundheitsministers zunehmend irritiert. „Er rezitiert auswendig gelernte Sätze und gibt keine konkreten Antworten. Er ist permanent am Gängelband der ÖVP“.

Oppositionspolitiker wiederum ätzen über den Gesundheitsminister, dass er „überhaupt nichts zu entscheiden habe. Er exekutiert nur, was die ÖVP will“.

"Wenn es schief geht, bleibt es an ihm hängen"

Defensiv. Ein grüner Stratege warnt zudem: „Wenn der Lockerungskurs schief geht, wird sich die ÖVP abbutzen und es bleibt an ihm hängen“.

Aber es gibt auch Grüne, die Mückstein in Schutz nehmen. „Nicht einmal ein Profi wie Anschober habe sich gegen die ÖVP und ihre mächtigen Landeshauptleute durchsetzen können. Wie soll das dann ein Anfänger wie Mückstein“. Zudem, so ein langjähriger Grüner, sei dieser Kurs ja auch mit Werner Kogler akkordiert.

Bei den Wiener Grünen ist man insgesamt unzufrieden. „Wieso spielen wir bei den Ablenkungsspielen der ÖVP mit? Die wollen von dem U-Ausschuss ablenken.“ Aus der Deckung traut sich aber noch kaum einer. Aus Angst vor Neuwahlen?

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