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Das sagt Kurz zum US-Angriff in Syrien

Außenminister Sebastian Kurz im Interview mit ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

ÖSTERREICH: Herr Minister Kurz, wie ist Ihre Reaktion auf den US-Angriff auf eine syrische Militärbasis?

Sebastian Kurz: Die Si­tuation in Syrien ist ohnedies dramatisch genug, und jetzt gab es eine wei­tere Eskalation durch das Giftgas und durch die Reaktion der USA darauf. Wir hoffen sehr, dass es möglich ist, eine Deeskalation zustande zu bringen, denn eine weitere Eskalation schadet nur den Menschen in Syrien.

ÖSTERREICH: Haben Sie Sympathie und Verständnis für diesen amerikanischen Luftangriff?

Kurz: Sympathie für Angriffe und kriegerische Handlungen kann man nie haben. Aber was es auf ­europäischer Ebene gibt, ist doch eine klare Unterstützung seitens Deutschlands, Frankreichs und auch seitens der EU-Kommission für das Vorgehen der Amerikaner, die mit diesem Angriff sicherstellen wollen, dass es nicht noch einmal zum Einsatz von Giftgas kommt.

ÖSTERREICH: Haben Sie Sorge, dass der Konflikt in Syrien eskalieren wird?

Kurz: Ja, diese Sorge habe ich.

ÖSTERREICH: Fürchten Sie jetzt weitere Militärschläge der USA?

Kurz: Die Amerikaner haben klar gesagt, dass es dieser eine Angriff war. Unser Ziel muss sein, dass wir als Europäische Union einen größtmöglichen Beitrag dazu leisten, dass es zu keiner weiteren Eskalation kommt. Denn unter einer Eskalation leiden immer die Menschen in Syrien.

ÖSTERREICH: Sie befürchten also, dass die Gegenseite, insbesondere Assad, die nächste Provokation setzt und eine Art Gegenschlag zum Gegenschlag unternimmt?

Kurz: Assad hat schon so viel Leid in Syrien angerichtet, dass jetzt das einzige Richtige wäre, definitiv die Finger vom Giftgas zu lassen und auch keine andere Aggression mehr gegen die syrische Bevölkerung zu richten.