Tezcan abberufen

Fischer empfing neue türkische Botschafterin

Ayse Sezgin soll die Beziehungen zu Österreich wieder verbessern.

Die neue türkische Botschafterin in Österreich, Ayse Sezgin, hat am Mittwoch Bundespräsident Heinz Fischer ihr Beglaubigungsschreiben überreicht. Sezgin soll die Beziehungen zu Österreich wieder verbessern, berichteten türkische Medien.

Ihr Vorgänger Kadri Ecvet Tezcan wird Vertreter seines Landes bei der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Er hatte im vergangenen Jahr mit Kritik an der österreichischen Integrationspolitik für Aufsehen gesorgt.

Tezcan warf der österreichischen Bundesregierung Versagen in der Integrationspolitik vor und attestierte den Österreichern, sich nur im Urlaub für fremde Kulturen zu interessieren. Die in Österreich lebenden Türken rief Tezcan auf, Deutsch zu lernen. Die Aussagen Tezcans führten zu einer intensiven Debatte, und Rufe nach seiner Abberufung wurden laut. Die türkische Regierung beließ den Diplomaten damals trotzdem auf seinem Posten. Tezcan betreute auch den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Abdullah Gül im Mai in Wien. Im Juli kündigte Ankara an, dass der Botschafter abgelöst wird. Die Wachablösung sei Teil eines größeren Revirements, hieß es.

Die neue türkische Botschafterin in Wien war bisher im Außenamt in Ankara für die Europapolitik zuständig. Sezgin ist verheiratet mit dem türkischen Botschafter in Moskau, Aydin Adnan Sezgin, und Mutter einer Tochter. Sie arbeitete im Verlauf ihrer Karriere unter anderem im Irak, 2008 und 2009 war sie türkische Botschafterin in Slowenien. Von der europäischen Zukunft ihres Landes ist die 53-jährige Sezgin überzeugt: Die Türkei werde noch vor ihrer Pensionierung EU-Mitglied sein, sagte sie im vergangenen Jahr in einem Zeitungsinterview.

Außer Sezgin überreichten dem Staatsoberhaupt auch die neuen Botschafter von Ägypten, Khaled Abdelrahman Shamaa, Luxemburg, Hubert Wurth, der Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste), Largaton Gilbert Ouattara, Angola, Maria de Jesus Dos Reis Ferreira, Weißrussland (Belarus), Valery Voronetsky, und Armenien, Arman Kirakossian, ihre Beglaubigungsschreiben. Anwesend waren Kabinettsdirektor Botschafter René Pollitzer, der neue politische Direktor im Außenministerium, Jan Kickert, Präsidentenberater Botschafter Helmut Freudenschuss und Protokollchefin Melitta Schubert, wie die Präsidentschaftskanzlei in einem Kommuniqué verlautbarte.
 



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