Nagl Eustacchio

ÖVP fordert: "Reinen Tisch machen"

FP-Chef sieht keinen Grund für Distanzierung zu Identitären

Eustacchio versteht die Hysterie nicht. "Es ist ja niemand verurteilt", so der Grazer FPÖ-Chef.

Der Grazer FPÖ-Chef und Vizebürgermeister Mario Eustacchio sieht aktuell keinen Grund, sich von den Identitären zu distanzieren. "Ich wundere mich über die Vorwürfe, die keine Grundlagen haben", sagte Eustacchio am Donnerstag laut Berichten der "Kleinen Zeitung" und des ORF Steiermark: "Es ist ja niemand verurteilt."

Die Basis sei der Rechtsstaat. Es sei niemand rechtskräftig verurteilt, daher verstehe er die Hysterie nicht, so Eustacchio. Auch sehe er keinen Grund sich von seiner Teilnahme an der Spielfeld-Demo der Identitären zu distanzieren. Dabei sei es doch darum gegangen, darauf hinzuweisen, dass bei der Flüchtlingskrise rechtswidrig Boden betreten worden sei.

Innerhalb der Grazer schwarz-blauen Koalition habe man über das Thema gesprochen, betonten Eustacchio und Koalitionspartner ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl. Man sehe aber im Gegensatz zur Bundesregierung keine Notwendigkeit für eine Klarstellung oder Handlungsbedarf.

Freilich anders sahen das SPÖ und Grüne, die eine Distanzierung Nagls forderten. Wie "gleichgültig" Bürgermeister Nagl gegenüber den "engen personellen und inhaltlichen Überschneidungen" seines Koalitionspartners mit den Identitären ist, sei "erschütternd", so der Klubobmann der Grazer Grünen Karl Dreisiebner.

Steirische ÖVP fordert von FPÖ "reinen Tisch zu machen"

Der steirische ÖVP-Landesparteigeschäftsführer LAbg. Detlev Eisel-Eiselsberg hat sich am Donnerstag irritiert von den Aussagen des Grazer FPÖ-Vizebürgermeisters Mario Eustacchio zu den Identitären gezeigt: "Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass Landesparteiobmann Mario Kunasek hier einschreitet und endlich reinen Tisch macht", so Eisel-Eiselsberg. Kritik kam auch von den Grazer Grünen und der SPÖ.

Eisel-Eiselsberg monierte, dass Tag für Tag neue Hinweise auf Querverbindungen zwischen den steirischen Freiheitlichen und höchsten Vertretern der Identitären ans Licht kämen. Er frage sich, wo die unmissverständliche Abgrenzung, wie sie von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) bereits gemacht worden sei, bleibe, sagte der Landesgeschäftsführer in einer Aussendung.


 



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