Hacker attackiert Anschober: 'Befindet sich im Wahlkampf'

Kritik an Regierung

Hacker attackiert Anschober: 'Befindet sich im Wahlkampf'

Stadtrat kritisiert Bundesregierung: Maßnahmen wurden im Sommer zu früh gelockert 

 Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter (SPÖ) hat ziemlich harsch auf die Kritik von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) reagiert, wonach Wien sich trotz Warnungen zu wenig auf den Herbst vorbereitet habe. Die gesamte Bundesregierung sei mittlerweile in den Wiener Wahlkampf eingestiegen, sagte Hacker im Ö1-"Mittagsjournal" am Montag. Er kritisierte zudem, dass die Corona-Maßnahmen im Sommer zu früh gelockert worden seien.
 

Bund säumig

Anschober "begrüßt uns mittlerweile auf Plakaten an jeder Ecke, also befindet er sich auch im Wahlkampf. Das nehme ich zur Kenntnis", so Hacker. Das werde nicht der Verbesserung dienen, spielte er den Ball an den Bund zurück: "Seit Monaten warten wir darauf, dass es einen Erlass gibt über die Teststrategie." Die Länder müssten alles kompensieren, wofür die notwendigen Bundesregelungen fehlen. So habe vonseiten des Bundes keine Vorbereitung in Schulen und Kindergärten stattgefunden und "auch hier kompensieren die Länder".
 
Es gebe in "ganz Österreich administrative Probleme", nicht nur in Wien. Er verwies darauf, dass manche Länder im Gegensatz zu Wien nur 150 bis 200 Tests pro Tag machen. "Wenn ich 150 Tests am Tag mache, begrüße ich auch jeden persönlich", so Hacker. In Wien waren es zuletzt unter der Woche rund 7.000, am Wochenende knapp 5.000.
 

Gästelisten 

Hacker fordert, dass in der Gastronomie und im Eventbereich Gästelisten geführt werden, um das Contact Tracing zu vereinfachen. Er verstehe nicht, warum das in Deutschland möglich sei, nicht aber in Österreich. Man habe hierzulande zu früh die Maßnahmen gelockert, kritisierter Hacker. Man habe im Sommer mit einer "unglaublichen Lässigkeit" sämtliche Spielregeln vom Tisch gefegt, um den Tourismus nach Österreich zu lotsen.
 
Er kritisierte zudem die täglichen Meldungen aus der Bundesregierung: "Mir persönlich gehen diese täglichen Hoffnungs-Pressegespräche schon ziemlich auf die Nerven und ich glaube den meisten Menschen auch."
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