Van der Bellen vdb

Bundespräsidentenwahl 2022

Umfrage: Präsident zieht davon

Van der Bellen dürfte am 9. Oktober im ersten Anlauf ­wiedergewählt werden.

Wien. Ist alles gelaufen? Wird Alexander Van der Bellen schon im ersten Wahlgang wiedergewählt? Die Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für ÖSTERREICH (1.000 Interviews vom 26. bis 27. 9., max. Schwankung 3,2 %) legt das nahe. Eine Woche vor dem Wahltermin kommt der Präsident auf 56 % – ein Plus von 5 Punkten in einer Woche. VdBs Strategie, sich aus dem Polit-Infight herauszuhalten, scheint aufzugehen. Zudem gibt es Feel-good-Termine wie den Besuch eines Würstelstandes mit Amtsvorgänger Heinz Fischer am Freitag in Wien-Josefstadt.

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FPÖ-Drama. Denn die ­Konkurrenz kommt nicht vom Fleck. Die FPÖ, die ­angekündigt hatte, drei Millionen Euro für ihren Kandidaten Walter Rosenkranz in die Schlacht zu werfen, muss wohl akzeptieren: Das geplante Duell mit VdB in einer Stichwahl wird es eher nicht geben: Rosenkranz bleibt mit aktuellen 16 % zudem weit unter dem FPÖ-Potenzial, das derzeit bei immerhin 24 % gelegen wäre (s. u.). Kein Wunder: Blogger Gerald Grosz (6 %) und Ex-Krone-Schreiber Tassilo Wallentin (8 %) nehmen ihm wichtige Stimmen weg, das gilt auch für MFG-Chef Michael Brunner (3).

Pogo schwächelt. Das alles muss VdB nicht kratzen – denn die Gefahr lauert für ihn auf der linken Seite. Denn Bierparteichef Dominik Wlazny vulgo Marco Pogo will alle von VdB enttäuschten ansprechen. Aktuell kommt er damit auf 9 % – doch Pogo war schon bei 12 %. Und auch der zweite linke Kandidat, Schuh­fabrikant Heini Staudinger, bleibt unter den Erwartungen und liegt bei 2 %. Einen VdB-Kantersieg können sie so wohl nicht verhindern.