Nehammer entzieht Kickl Du-Wort
Impf-Krieg eskaliert: Jetzt alle gegen FPÖ
Wien. Wahlkämpfe vor Landtagswahlen sind im Nationalrat ja üblich – doch das, was sich ÖVP und FPÖ da am Mittwoch in der Hofburg lieferten, war schon besonders. Besonders aggressiv, besonders hasserfüllt – dabei sind beide Parteien in Oberösterreich ja in einer Koalition ...
Betrugsübung. Die ÖVP hatte schon mal vorgebaut und ein Wut-Video der Jung-Türkisen online gestellt (s. r.). Im Nationalrat selbst machte Kickl dem Türkisen dann die Freude, seinerseits Öl ins Feuer zu gießen – er ist ja ebenfalls im Wahlkampf. Zwar war das Thema eigentlich Asyl – Kickl gab aber Türkis-Grün auch in Sachen Corona Saures, zweifelte erneut die Wirkung der Impfungen an und sprach von einer „einzigen Betrugsübung gegenüber der eigenen Bevölkerung“ – für die Vorwürfe der Lüge bekam er dann einen Ordnungsruf.
Kein Du-Wort. Den Konter ritt dann Innenminister Karl Nehammer – er startete mit einem Knalleffekt: „Ich sage das bewusst: Ihre Ausführungen – ich entziehe Ihnen hiermit also das Du-Wort, das wir oft gepflegt haben – Ihre Ausführungen zu Covid sind letztklassig“, wurde er persönlich. Kickls einzige Leistung als Minister sei das Anbringen einer neuen Tafel beim Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen, ätzte Nehammer.
"Geheime Impfstation" auf dem Josefsplatz
Schilder und Impfstation. Die ÖVPler ließen sich auch so nicht lumpen: Im Plenum hielten sie Schilder mit „Laut schimpfen, geheim impfen“ in die Höhe. Und vor der Hofburg am Josefsplatz hatte die Junge ÖVP „geheime Impfstelle“, bei der „Dr. Kickl“ höchstpersönlich zur Nadel griff.
Aufruf ohne Kickl. Logischerweise fehlte Kickl dann bei einem gemeinsamen Aufruf der Klubobleute, August Wöginger (ÖVP), Pamela Rendi-Wagner (SPÖ), Sigrid Maurer (G) und Beate Meinl-Reisinger (Neos), sich impfen zu lassen. Kickls Reaktion: Das sei „ein unverantwortliches Experiment der schwarz-grünen Bundesregierung.“ (gü)
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