Straches großes Polit-Comeback

Deutete Kandidatur an

Straches großes Polit-Comeback

Ex-FPÖ-Chef Strache deutete Kandidatur an – Zuvor müsse er aber noch ''einige Hausaufgaben erledigen'', bevor er eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Wien-Kandidatur treffen werde.

Wien. Der frühere, inzwischen aus der Partei ausgeschlossene FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat am Donnerstagabend sein Antreten für die "Allianz für Österreich" bei der Wien-Wahl in Aussicht gestellt. Mit einer fixen Zusage wartete er bei seiner Rede beim DAÖ-Neujahrstreffen jedoch noch nicht auf. Es müssten noch "Hausaufgaben" gemacht und Gespräche geführt werden, sagte er.
 
Allerdings versprach er dem zahlreich erschienen Publikum in den Sofiensälen: "Ich lasse euch nicht im Stich." Sollte er sich für ein Antreten entscheiden, sei ein starkes Comeback in Wien möglich, zeigte er sich überzeugt. Auch die Umbenennung der von abtrünnigen FPÖ-Gemeinderäten gegründeten Partei in "Liste Strache" schloss er nicht aus.
 
"Wir brauchen eine neue Bürgerbewegung", ließ er seine Fans wissen. Es sei "Zeit für etwas Neues". Er versicherte, dass er bereit sei, um wieder die politische Bühne wieder zu betreten: "Ich stehe weder für die Opferrolle noch für die Rolle als Dauersündenbock, weder für die FPÖ noch für meine politischen Gegner, zur Verfügung."
 

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Strache mit Kritik und Spott für FPÖ

 
Mit seiner früheren Partei ging Ex-FP-Obmann Heinz-Christian Strache beim ersten großen DAÖ-Event am Donnerstag hart ins Gericht. "Sogenannte ehemalige Freunde" hätten ihr wahres Gesicht gezeigt. Jedoch, so befand er: "An Enttäuschungen darf man niemals zerbrechen." Man müsse sie verarbeiten und daran wachsen. Spott erntete die FPÖ für die von Strache konstatierte "Anbiederung" an die ÖVP.
 
Strache, der mit seiner Frau Philippa erschienen war, bedankte sich in seiner knapp einstündigen Rede zunächst bei den DAÖ-Gründern Karl Baron, Dietrich Kops und Klaus Handler: "Ihr habt Mut und Charakter gezeigt mit eurem Schritt." Sie hätten bewiesen, dass sie für freiheitliche Werte wie Treue, Kameradschaft und Zusammenhalt einstünden: "Und so stehe ich heute hier, zurück auf der Bühne, zurück im politischen Geschehen als Gastredner."
 
Vor 251 Tagen sei das politische Parkett für ihn noch Alltag gewesen. Heute hingegen sei ein derartiger Auftritt etwas "ganz besonderes". Strache ging auch auf jenes in Ibiza aufgenommene Video ein, das ihn - jedenfalls vorübergehend - politisch zu Fall gebracht hatte. Ein "einziger Abendtermin" im Jahr 2017, also vor seiner Zeit als Vizekanzler, habe sein Leben und "das weitere Prozedere der Republik" auf den Kopf gestellt.
 
"Ja, ich habe einen Riesenfehler gemacht", zeigte er sich reumütig: "Ich kann das alles weder rückgängig noch wieder gut machen." Er habe zu viel getrunken und "blöd geredet". Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass das Video "manipulativ" zusammengeschnitten worden sei, "um mich entsprechend verleumderisch darzustellen", hielt er fest.
 
"Fehler machen wir alle und zu Fehlern muss man auch stehen", konstatierte Strache. Man müsse sich selbst verzeihen können und hoffen, dass auch andere dies tun. Zugleich werde er versuchen, den "Versuch der Verleumdung" in Zusammenhang mit der Spesenaffäre aufzuklären. An seinen früheren Mitstreitern ließ er kaum ein gutes Haar. Die FPÖ habe im Umgang mit ihm "das Geschäft der Linken" übernommen. Strache sprach von einer "Hetzkampagne".
 
© apa
Die politische Karriere von HC Strache
 
Er sei bitter enttäuscht, auch der Umgang mit seiner Frau - die Nationalratsabgeordnete wurde ebenfalls aus der FPÖ ausgeschlossen - sei "einfach hässlich" gewesen. Der - laut Strache "seidenweich dahinrutschende" - FPÖ-Chef Norbert Hofer und Ex-Innenminister Herbert Kickl hätten sich später bei der ÖVP angebiedert, um wieder in eine Regierung zu kommen und sich dann doch gegen Koalitionsverhandlungen entschieden. Dies bewertete Strache als "völlig absurden Vorgang".
 
Der Ex-Vizekanzler, der noch vor nicht allzu langer Zeit seinen Rückzug aus der Politik verkündet hatte, erinnerte auch an seine Anfänge als Obmann: "Es war nicht die FPÖ, die mich übernommen hat, 2005 habe ich die Freiheitliche Partei übernommen." Diese sei eine leere Parteihülle mit Millionenschulden gewesen: "Ihr alle wisst, was ich aus dieser Hülle gemacht habe."
 
Strache versicherte an dieser Stelle, dass er auch dafür gesorgt habe, dass "Nazi-Gesinnung und -Sprüche" in der Partei nichts mehr verloren hätten: "Ich habe braune Flecken aus der Vergangenheit aufgearbeitet." In seinem Windschatten sei jedoch auch ein "aufgeblähter Parteiapparat" mit hochgeschwommen. Auch die "Nepp-FPÖ" in Wien habe von seinen Erfolgen gelebt. "Ich war 14 Jahre lang die FPÖ." Nun habe diese Partei jedenfalls Kopf, Herz und Seele verloren, "spätestens mit meinem Ausschluss".
 
Der frühere Vizekanzler würdigte auch die Zeit der FPÖ in der Regierung. Dass der "gefährliche UN-Migrationspakt" nicht unterzeichnet oder die Zuwanderung ins Sozialsystem gestoppt und das Kopftuchverbot durchgesetzt worden sei, sei das Verdienst der FPÖ. Lautstarke Zustimmung kam aus dem Saal auch, als Strache auf den Einsatz gegen das Rauchverbot in der Gastronomie zu sprechen kam.
 
"Wenn ich mich wieder engagiere, dann an der Spitze einer Bewegung mit Menschen aus allen Schichten", kündigte er an: "Meine Energiequelle ist eure Kraft." Jene, die in die Sofiensäle gekommen waren, muss er wohl nicht mehr überzeugen. Viele von ihnen nutzten anschließend die Gelegenheit für ein Foto mit dem einstigen Chef-Blauen. Ein Wiedersehen gibt es am 26. Februar. Für diesen Tag steht ein DAÖ-Aschermittwochstreffen mit Strache im Prater auf dem Programm.
 
 

Neue ÖSTERREICH-Umfrage: Strache-Partei wäre im Parlament

© Getty/APA/oe24
 
Wien. Die aktuelle Research-Affairs-Umfrage für ÖSTERREICH (1.002 Befragte, 17.-23. Jänner 2020) bringt ein überraschendes Ergebnis: Demnach würde die Strache-Partei DAÖ mit Heinz-Christian Strache als Spitzenkandidat erstmals den Einzug ins Parlament schaffen. In der Umfrage kommt die DAÖ auf 4 %, das ist ein Plus von 1 % gegenüber der Vorwoche.
 
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Auf Platz 1 in der Sonntagsfrage bleibt weiter überlegen die ÖVP mit 39 %. Die Grünen liegen mit 17 % auf Platz 2 vor der SPÖ, die bei 16 % stagniert. Die FPÖ käme im Falle eines bundesweiten Antretens von HC Strache auf nur noch 12 %. Die NEOS können 1 % zulegen und erreichen bereits 11 %.
 
39 % der Befragten glauben, dass HC Strache ein politisches Comeback gelingen wird, 61 % sehen das nicht so.
 20:36

Ende des Live-Tickers

Es tickerte für Sie: die oe24-Redaktion.

 20:35

Termin für nächstes DAÖ-Treffen angekündigt

Zum Abschluss der Rede von HC Strache wurde der Termin für das nächste DAÖ-Treffen bekanntgegeben: 26. Februar.

 20:29

"Es gilt wieder etwas gut zu machen"

"Es gilt wieder etwas gut zu machen, in dem ich einen Beitrag leiste, den Schaden wieder gut zu machen, den Ibiza verursacht hat", sagte Strache zum Abschluss seiner Rede beim Neujahrstreffen der DAÖ. Zu seinen Plänen zählt das Verhindern eines "Linksrucks", der zu einem grünen Bürgermeister der Stadt Wien führen könnte.

 20:24

Strache: Funktion in der DAÖ?

Ob Strache eine Funktion in der DAÖ einnehmen werde, steht noch offen. Eine Funktionärspartei wolle er nicht mehr führen – Die DAÖ seie jedoch keine Partei für Berufspolitiker, sondern für "gestandene Bürger" und ortet eine "politische Kraft der Zukunft": "Ich stehe weder für die Opferrolle, noch für die Rolle des Dauersündenbocks zur Verfügung", sagte Strache.

Daraufhin kündigte Strache eine "Liste Strache" an – Er wolle jedoch "noch ein paar Hausaufgaben erledigen", bevor er eine finale Entscheidung über einen möglichen Antritt bei der Wien-Wahl treffen werde.

 20:23

Karl Baron: „Was für ein Traumstart und ein grandioses Neujahrstreffen.“

In einer Aussendung von DAÖ-Klubobmann Karl Baron heißt es: "Der große Andrang beim politischen Comeback von HC Strache in den Wiener Sofiensälen im Zuge des Neujahrstreffen der 'Allianz für Österreich' ist überwältigend. Über 1000 Menschen wollen die Rede von HC erleben, wenn sich der beliebte Politiker wie Phönix aus der Asche erhebt und sich wieder aufs politische Parkett begibt. Auch weit über 100 Journalisten sind vor Ort. Das Interesse an HC Strache ist wahrlich ungebrochen", beschreibt Karl Baron die großartige Stimmung vor Ort."

 20:06

"Ich habe nichts Unredliches getan"

"Ich habe in meinem Leben nichts Unredliches getan", sagte Strache. Die Ermittlungen, die gegen ihn laufen, basieren auf "Verleumdungen". Er gab an, dass er eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeite, die ebenfalls zu diesem Ergebnis kommen würden.

strache © tzoe artner

 19:55

"Ja, ich habe einen Fehler gemacht"

Die letzten Monate waren für Strache besonders hart: " Es tut mir im Herzen zutiefst weh und leid, was Ibiza ausgelöst hat. Ja, ich habe einen Riesenfehler gemacht.", reflektiert Strache. Dennoch hält er fest, dass jener schicksalhafte Abend in "Privatsphäre" stattgefunden hätte – Das veröffentlichte "Ibiza-Video" wäre ein "manipulativer, 4-minütiger Zusammenschnitt".

 19:52

Seitenhieb gegen Kickl & Hofer

"Sogenannte Freunde und Weggefährten haben ihr wahres Gesicht gezeigt, indem sie keine wahren Freunde gewesen sind", erzählt Strache sichtlich enttäuscht über seinen Parteiausschluss.

 19:44

"Ihr habt Mut & Charakter bewiesen"

...Mit diesen Worten bedankt sich Heinz-Christian Strache bei den drei DAÖ-Gründungsmitgliedern Klaus Handler, Dietrich Kops und Karl Baron.

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 19:30

HC Strache am Wort

Nach der Begrüßungsrede von DAÖ-Klubobmann Karl Baron wird der Gast, auf den alle gewartet haben, auf die Bühne zitiert. Zu Bon Jovis "It's my life" macht sich Strache auf den Weg zum Podium und begrüßt zunächst die zahlreich erschienen Gäste und seine Ehefrau Philippa.

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 19:20

Begrüßungsrede von DAÖ-Klubobmann Karl Baron

Nachdem die DAÖ-Gründungsmitglieder Klaus Handler & Dietrich Kops das Wort zu Beginn der Veranstaltung ergriffen haben, ist DAÖ-Klubobmann Karl Baron mit einer Rede an der Reihe. "Ich habe diese 'b'soffene G'schicht von Anfang an schwer verurteilt. Aber seien wir uns einmal ehrlich: Wer hat noch keine b'soffene G'schicht hinter sich? Der einzige Unterschied: Wir haben uns dabei nicht filmen lassen.", sagt Baron zur Causa Ibiza-Video. Er betont dabei aber auch, dass er hinter seinem langjährigen Vertrauten Heinz-Christian Strache stehe.

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 19:05

Auftakt des DAÖ-Neujahrsempfanges

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Nach der Begrüßung zahlreicher Wiener Gemeinderäte, der "drei Musketiere" Klaus Handel, Dietrich Kops und DAÖ-Klubobmann Karl Baron kündigte ein DAÖ-Sprecher das Highlight des Abends an: Heinz-Christian und Ehefrau Philippa Strache werden nach dem imposanten Einzug in die Sofiensäle ein weiteres Mal mit viel Geklatsche begrüßt.

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 19:00

Heinz-Christian Strache trifft ein

Unter tobendem Applaus und dem Queen-Hit "Don't Stop Me Now" im Hintergrund trifft Heinz-Christian Strache in den Sofiensälen im dritten Wiener Gemeindebezirk zum Neujahrstreffen der DAÖ ein.

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 18:41

Ex-BZÖ-Sprecher Heimo Lepuschitz bei oe24.TV

Heimo Lepuschitz zu Gast im oe24.TV-Studio.

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 18:36

oe24-Interview mit HC Strache!

oe24- & ÖSTERREICH-Chefredakteur Niki Fellner traf Heinz-Christian Strache noch kurz vor dessen großer Rede am DAÖ-Neujahrstreffen zum Interview. Das Interview können Sie um 21.00 Uhr bei Fellner! LIVE auf oe24.TV sehen.

 18:29

Bis zu 1.000 Gäste erwartet

Bis zu 1.000 Gäste werden beim Neujahrstreffen der DAÖ in den Sofiensälen in Wien-Landstraße erwartet. Der Saal füllt sich bereits – Offizieller Startschuss soll 19.30 Uhr sein.

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 18:14

Facebook-Posting: Strache bereits vor Ort

Unter der Bildüberschrift "Die Ruhe vor dem Sturm" postete Heinz-Christian Strache ein Foto der Sofiensäle auf seiner Facebook-Seite.

 18:04

Ablauf des DAÖ-Neujahrstreffens

Im oe24.TV-Interview gab DAÖ-Gründungsmitglied Dietrich Kops bekannt, dass es zu Beginn eine kurze Ansprache von DAÖ-Obmann Karl Baron geben wird. Im Anschluss folgt ein Überblick über die Zukunftspläne der "Allianz für Österreich". Das große Highlight des Neujahrstreffen ist jedoch die große Comeback-Rede von HC Strache – Er soll voraussichtlich gegen 19.45 Uhr auftreten.

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 17:56

Großes Special auf oe24.TV – Jetzt LIVE

oe24.TV ist für Sie LIVE vor Ort in den Sofiensälen Wien. Die große "Comeback-Rede" Straches wird für 19:45 Uhr erwartet.

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 17:53

Neujahrstreffen der "Allianz für Österreich" (DAÖ)

Bereits im Vorfeld kündigte Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache eine Rede am Neujahrstreffen der "DAÖ" an. Ob er auf der Liste der "Allianz für Österreich" bei der anstehenden Wien-Wahl ins Rennen gehen wird, soll Strache Donnerstagabend in den Sofiensälen bekannt geben.