Kurz hält "Vorlesung" an US-Elite-Uni Stanford

ÖSTERREICH begleitet VP-Chef in USA

Kurz hält "Vorlesung" an US-Elite-Uni Stanford

VP-Chef sprach an der Elite-Uni Stanford vor Unternehmern, besuchte u. a. Google und Netflix.

Palo Alto. „Es ist angenehm, eine kurze Pause vom Wahlkampf zu haben und hier diskutieren zu können“, sagt Sebastian Kurz vor den Studenten des Executive-Programms in Stanford. Über 200 Unternehmer aus aller Welt nehmen am Programm der Elite-Uni in Palo Alto teil. Sie sind interessiert am jüngsten Altkanzler, der bald wieder Regierungschef sein möchte. Kurz ist seit Samstag in San Francisco und trifft Chefs großer Tech-Firmen. Der Türkise besuchte zunächst Start-ups im Bereich Energie.Sie arbeiten an geheimen neuen Entwicklungen. Kurz musste sogar unterschreiben, dass er nichts weitererzählt. 

 

Kurz: "Politiker müssen Veränderung antizipieren"

„Von hier geht Innovation aus, als Politiker ist es wichtig, auf Veränderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch zu antizipieren“, so Kurz. Daher besucht er bereits zum dritten Mal das Valley, erzählt Kurz ÖSTERREICH.

Beim Termin mit dem österreichischen Stanford-Professor Friedrich Prinz wird ein Schwerpunkt von Kurz klar: erneuerbare Energien und Klimawandel. 

© Jakob Glaser
Professor Prinz empfing Kurz.

Am Programm standen dann Besuche bei Google und dem Streaming-Giganten Netflix. Dort wurde Kurz von Netflix-Gründer und -Chef Reed Hastings persönlich abgeholt und herumgeführt. Und Hastings ließ es sich nicht nehmen, augenzwinkernd alle zu fragen, ob sie eh Netflix-Mitglieder seien… 

 

Besuch bei Google

Bei Google sprach Kurz u.a. über die Digitalsteuer. Weitere Themen waren neueste technologische Entwicklungen wie Sprachassistenten, künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos – und die Problematik von Hasspostings. Nach dem Google-Termin ging’s weiter zu Netflix.
 
© JAKOB GLASER
Mit Google-Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter.
 
© Jakob Glaser
Mit Netflix-Boss Reed Hastings (Mitte) und US-Botschafter Trevor Traina.
 

Für den Wahlkampf gerüstet in Energiefragen

Kurz fragt immer wieder interessiert nach, wie die Entwicklung der E-Autos und Wasserstofffahrzeuge laufe. Er will über neueste Entwicklungen über Energiegewinnung informiert werden. Prinz mahnt, dass man die Unterstützung der Politik brauche. Und berichtet, dass sich „noch vor 20 Jahren die wenigsten Studenten für Energiethemen interessiert“ hatten.

Heute ist es ein Renner. Es ist das große Thema der Jungen. Zu Recht. Es geht um ihre Zukunft“, sagt der Professor. Kurz weiß freilich auch, dass es ein großes Thema des Wahlkampfes wird. Er will gerüstet sein.

 

Offene Gespräche und Selfies mit den CEOs

Bei der anschließenden Debatte mit den CEOs, die für sechs Wochen wieder auf der Studienbank Platz nehmen und dafür 74.000 Dollar zahlen, geht es allerdings mehr um die EU, ob er wieder mit der FPÖ koalieren werde, den Brexit und natürlich Donald Trump. Die Gespräche sind off Record. Kurz ist offen. Am Ende wollen viele ein Foto mit ihm. Als er danach durch den Campus geht, erkennen ihn zwei junge Studentinnen aus L. A. Auch sie wollen ein Selfie mit dem VP-Kanzlerkandidaten. Kurz wirkt zufrieden, bevor er zum nächsten Termin mit Digital-Größen aufbricht.

 

Wahlkampfthema: Digitaler Wandel in der Arbeitswelt

Kurz will sich informieren, wie Auswirkungen auf Arbeitswelt abgefedert werden können.

San Francisco. Sebastian Kurz rüstet sich in Kalifornien auch für den Intensivwahlkampf in Österreich. Nach einer Woche Urlaub in Los Angeles wirkt der VP-Spitzenkandidat entspannt und gut erholt. Er mag die USA. Und scheint hier ein neues Hauptthema gefunden zu haben: Die größte Herausforderung der nächsten Zeit werden die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Arbeitswelt.

Das weiß auch Kurz. „Die digitale Innovation aus Kalifornien kann positiv sein, wie zum Beispiel saubere Energien, aber sie wird uns auch vor große Herausforderungen stellen und kann negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt auch bei uns haben“, sagt Kurz. Durch die „Automatisierung werden viele Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Daher möchte ich rechtzeitig informiert sein über die neuesten Innovationen, um rechtzeitig abfedern zu können.“ Am Montag will der Ober-Türkise dann Google, Facebook und Netflix besuchen. 

Isabelle Daniel 

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