Wien. Montagfrüh hatte es der Bundespräsident schriftlich: Sebastian Kurz erklärte seinen Rücktritt – aber erst am Donnerstag um 10 Uhr steht seine Angelobung im Nationalrat an. Schon am Montag wählte ihn der VP-Klub einstimmig, also zu 100 Prozent, zum Klubchef. Kurz nimmt damit einen Schlüsselposten im Koalitionsmaschinenraum ein, erhält einen Dienstwagen und bekommt das Klubobmanngehalt von 15.308 Euro.
Duo „Gust-Sigi“ bleibt. Allerdings: Die Tagesarbeit in der Koalition wird Kurz weiterhin seinem ebenfalls einstimmig gewählten Stellvertreter August Wöginger überlassen: Das Duo Wöginger
Sigrid Maurer (Grüne) wird damit bestehen bleiben. Tatsächlich dürfte Kurz sein Hauptquartier in der VP-Zentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse aufschlagen. Kurz wird von dort aus die Fäden in der Koalition ziehen und an seinem Comeback arbeiten.
"Ich unterstütze als Klubchef die Regierung"
Erklärung. Kurz will zu diesem Zweck zu einem Rezept aus dem Jahr 2019 greifen. So hat ÖSTERREICH bereits berichtet, dass er eine Tour durch Österreich plant. In Politkreisen ist natürlich längst davon die Rede, dass Kurz nach dem Modell Schüssel 2008 die Koalition von außen sprengen und Neuwahlen herbeiführen könnte. Der VP-Chef widerspricht dem: „Ich werde in meiner Funktion als Bundesparteiobmann und Klubobmann die Arbeit der Bundesregierung unterstützen, weil es das Beste für die Menschen in unserem Land ist. Eines ist dabei klar: Ich bin kein Schattenkanzler. Die kommenden Tage werde ich auf Hochtouren arbeiten, um eine geordnete Übergabe sicherzustellen.“
Vorwürfe. Kurz will auch die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben worden sind, entkräften. Tatsächlich werden die Ermittlungen gegen Kurz spätestens nach Aufhebung der Immunität weiterlaufen.
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