Meinungen

Bohrn Mena

Feind offener Demokratie

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Ein Kommentar von Sebastian Bohrn Mena.                  

Ich bin kein Jurist und weiß daher nicht, ob ich Herbert Kickl als einen Rechtsextremen bezeichnen darf - aber er macht das scheinbar mittlerweile selbst. Wenn er davon spricht, dass er die wenig schmeichelhafte Zuschreibung "rechtsextrem" nun "wie einen Orden" tragen würde, dann ist der Damm wohl gebrochen. Schon vor einiger Zeit wurde die FPÖ-Spitze, also Herbert Kickl und seine engsten Getreuen, von Oskar Deutsch, immerhin dem ranghöchsten Vertreter der jüdischen Gemeinschaft in Österreich, als "Kellernazis" bezeichnet. Auch diese Zuschreibung würde ich mir nicht anmaßen, aber als Feind jener offenen und vielfältigen Demokratie, die Österreich über so viele Jahre geprägt und zu einem wunderbaren Ort gemacht hat, so würde ich ihn schon titulieren. Herbert Kickl ist jedenfalls extrem rechts und wohl auch ein Rechtsextremer, aber im Grunde ist nicht die Begriffswahl von Bedeutung, sondern ein Schulterschluss gegen diese Form der Politik. Wenn die ÖVP erkannt hat, was für eine Gefahr für unsere Demokratie von dieser Person ausgeht, dann muss sie auch konsequent sein und mit ihm keinen Staat machen. Völlig egal, wie viele dem Verführer am Wahltag auf den Leim gehen.  

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