Stoppt Streit und Wahnsinn an den Börsen

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Stoppt Streit und Wahnsinn an den Börsen

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel.

Verrückte Zeiten. Es ist gut, dass sich Bund und Stadt Wien auf ein Zwei-Milliarden-Euro-Sicherungspaket für die Wien Energie geeinigt haben. Die Situation ist damit entschärft.

Ganz und gar nicht gut ist hingegen der politische Streit auf ­offener Bühne.

Entscheidend ist jetzt, dass alles aufgeklärt – Experten sehen keinen Skandal, aber möglicherweise ein zu starkes Setzen auf zu kurzfristige Derivate an der Börse durch die Wien Energie – und durch den Rechnungshof geprüft wird. Wichtig ist auch, dass die türkis-grüne Regierung das jetzt nicht weidlich ausschlachtet.

Denn wirklich essenziell wäre jetzt – wie es Italiens Mario Draghi bereits im Juni gefordert hatte – eine EU-weite Lösung gegen die explodierenden Strompreise zu finden.

Man muss Strompreis an Börse begrenzen

Außer Kontrolle. Das, was sich vergangenen Freitag an der Börse abgespielt hatte, Spekulanten haben den Strompreis in irrlichternde Höhen getrieben, muss gestoppt werden. Dafür müssen auch am Kapitalmarkt die Preisobergrenzen schärfer gesetzt werden.

Das System ist längst ­außer Kontrolle geraten. Zudem muss es jetzt schleunigst eine Strompreis­bremse für Konsumenten und Unternehmer geben, wenn wir in Europa nicht in eine gefährliche Rezession taumeln wollen. Und die SPÖ Wien sollte in sich gehen, wie so ein Kommunikationsdebakel überhaupt möglich war, und künftig gleich offen agieren.