Kurz

Sitzung am Montagabend

ÖVP-Klub trifft sich zur Kurz-Wahl

Keine kritischen Töne im Vorfeld.

Wien. Der Parlamentsklub der ÖVP ist am Montagabend zu einer Sitzung zusammengekommen, um Sebastian Kurz zum Klubchef zu wählen. Kritische Stimmen gegenüber dem Parteichef, der wegen Korruptionsvorwürfen das Kanzleramt zurückgelegt hatte und nun ins Parlament wechselt, waren im Vorfeld gegenüber Journalisten nicht zu vernehmen. Im Gegenteil: Es wird mit einer hohen Zustimmung gerechnet.

Kurz sei in den vergangenen Jahren als Kanzler ein "verlässlicher Partner" für die Wirtschaft gewesen, so Wirtschaftskammer-Generalsekretär und Mandatar Karlheinz Kopf. Jetzt habe Kurz "richtigerweise" einen "Schritt zur Seite" gesetzt, um den "Druck rauszunehmen". Es werde ein "sehr respektables Ergebnis" für ihn als Klubchef geben, zeigte sich Kopf überzeugt.

Meisten Abgeordneten gaben sich einsilbig

Die meisten Abgeordneten gaben sich einsilbig und antworteten auf die Frage, ob sie Kurz wählen werden, knapp: "Selbstverständlich." "Ja, sicherlich", meinte auch der langjährige Abgeordnete Reinhold Lopatka. Er sei zwar "kein Hellseher", gehe aber von hundert Prozent Zustimmung aus, ließ Mandatar Gabriel Obernosterer wissen, der die Gelegenheit auch nutzte, um über die Opposition zu schimpfen. Wie üblich etwas harsch im Ton stellte Seilbahnsprecher Franz Hörl fest: "Wir haben Klubsitzung und sonst nix." Kurz werde "sowieso einstimmig gewählt", glaubt er. Trotz der bekanntgewordenen unappetitlichen Chats? "Was für Chats? Warum kommen die überhaupt an die Öffentlichkeit?"

Auch Vertreterinnen des ÖVP-Regierungsteams kamen zur Sitzung. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger erwartete für Kurz "auf jeden Fall ein sehr gutes" Votum, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner freute sich, dass die Arbeit auf Bundesebene weitergehen könne. Der neue Kanzler Alexander Schallenberg wollte bei seinem Eintreffen nichts sagen, sondern verwies auf seine Regierungserklärung morgen im Nationalrat.



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