Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen

Goulard scheiterte

Von der Leyen: Immerhin 23 von 26 Kandidaten akzeptiert

Designierte EU-Kommissionspräsidentin ruft nach Goulard-Scheitern zu Besonnenheit auf - 'Wir gehen durch ein demokratisches und transparentes Verfahren'.

Brüssel/Straßburg. Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat nach dem Scheitern der französischen Kandidatin Sylvie Goulard für ihr Kommissionsteam zu Besonnenheit aufgerufen. Von den 26 Kandidatinnen und Kandidaten, die ihr aus den Mitgliedstaaten vorgeschlagen wurden, seien immerhin 23 akzeptiert worden. Man dürfe nun nicht vergessen, worum es "in einem größeren Sinn" gehe.
 
"Wir gehen durch ein demokratisches und transparentes Verfahren", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Brüssel. "Es geht um die nächsten fünf Jahre für Europa, die entscheidend sein werden in einem schwierigen weltweiten Umfeld", erklärte von der Leyen. "Europa muss mit der Situation um den Brexit umgehen, mit Handelsfragen und Konflikten in der direkten Nachbarschaft." Zudem gehe es auch um große Herausforderungen wie Klima, Digitalisierung und Migration.
 
Das Europaparlament hatte am Donnerstagmittag die frühere französische Verteidigungsministerin Goulard als Kandidatin für die EU-Kommission abgelehnt. Zum Verhängnis wurden Goulard unter anderem noch laufende Ermittlungen zu einer Scheinbeschäftigungsaffäre.
 
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron machte umgehend von der Leyen für das Debakel verantwortlich. Er habe sie auf die laufenden Ermittlungen gegen Goulard hingewiesen, von der Leyen habe sich aber dennoch für Goulard als Mitglied ihres Teams entschieden, sagte Macron am Donnerstag in Lyon.
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