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Wiens Gesundheitsstadtrat im oe24.TV-Interview

Peter Hacker: ''Virus-Mutation ist keine Überraschung''

Wiens Gesundheitsstadtrat sprach über Strategien, Impfungen und Öffnungsschritte.

 

oe24.TV: Herr Stadtrat, Sie haben eine neue Gurgelteststrategie für Wien vorgestellt. Wie funktioniert die?

Peter Hacker: Wir haben diese Idee mit der Wirtschaftskammer entwickelt. Hierbei werden Gurgeltests direkt und gratis in Haushalte der Mitarbeiter der Firmen gebracht.

oe24.TV: Ab wann?

Hacker: Ab sofort. Momentan werden weitere Betriebe dazugenommen. Ich schätze, dass wir diese PCR-Tests in sechs bis acht Wochen für die ganze Bevölkerung ausrollen.

oe24.TV: Sie sagten, dass sich jeder Wiener bis Ende September impfen lassen kann. Hält das?

Hacker Ich bin unzufrieden mit den derzeit vorhandenen Mengen. Die Bevölkerung hat eine riesige Erwartungserhaltung. Ich kenne aber die Planungen in Bezug auf Impfstoffe. Drei sind zugelassen, drei weitere in Vorbereitung. Ich kenne die Liefermengen. Daher ist es möglich, dass ganz Österreich Ende des dritten Quartals durchgeimpft ist.

oe24.TV: Wie viele Personen wollen Sie bis Ende Februar in Wien geimpft haben?

Hacker: Wir werden bis dahin in allen Alten- und Pflegeheimen die Erstimpfungen und den Großteil der Zweitimpfungen ab­geschlossen haben. Dazu schaffen wir 30.000 Mitarbeiter in den Spitälern und 8.000 Mitarbeiter im niedergelassenen Bereich.

oe24.TV: Die Corona-Ampel schaltete Wien als erstes Bundesland zurück auf Orange. Was ändert sich?

Hacker: Zunächst ist es ein Zeichen, dass unsere Anstrengungen und die der Bürger Erfolg zeigen. Das ist emotional sehr wichtig. Ich glaube, dass die Ampel jetzt wieder zu leben beginnt – und etwa regionale Öffnungen ermöglicht.

oe24.TV: Ab Montag treten Lockerungen in Kraft. Für Sie weitreichend genug?

hacker: Wir beobachten das. Der nächste Schritt ist sicher die Gastronomie oder etwa der Sportbereich. Eile macht keinen Sinn, dennoch braucht man Perspektiven.

oe24.TV: Bürgermeister Ludwig schlug etwa die Öffnung der Schanigärten vor.

Hacker: Das macht Sinn. Aber erst kümmern wir uns um die Schulen. Wir müssen wieder lernen, dass die Epidemie nicht nach oben schnalzt, wenn die Schulen öffnen.

oe24.TV: Hätte man sich statt des Schichtbetriebs beim Schulbesuch nicht etwas mehr trauen können?

Hacker: Es ist in Ordnung so. Aktuell sind alle ängstlich, daher machen kleine Schritte Sinn.

oe24.TV: Stichwort Muta­tionen: Soll Tirol, wie gefordert, unter Quarantäne gestellt werden?

Hacker: Ich teile die Einschätzung der Tiroler Kollegen. Leider haben wir kein österreichweites Monitoring, das ist zu bemängeln. So könnten Mutationen nämlich gut erkannt werden. Die Länder forderten das schon im Herbst.

oe24.TV: In Wien gibt es drei Fälle in Zusammenhang mit der südafrikanischen Virusmutation.

Hacker: Ja. Die wurden sofort unter Quarantäne gestellt und sind nicht mehr aktiv.

oe24.TV: Wie gefährlich ist diese Mutation?

Hacker: Das Virus will überleben. Je mehr Maßnahmen wir setzen, desto mehr Mutationen gibt es. Das sieht man weltweit. Dass das Virus mutiert, ist keine Überraschung.

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