Platzt jetzt auch die Koalition?

Rot-schwarze Pläne

Platzt jetzt auch die Koalition?

Warum die rot-schwarze Regierung nach dem Rücktritt von Faymann platzen könnte.

Bereits am Montagabend fanden hektische Beratungen unter der ÖVP-Spitze statt. Gestern tagte der Parteivorstand. So könnte die Volkspartei auf den Faymann-Rücktritt reagieren.

Szenario 1: Kern Kanzler und die ÖVP sabotiert ihn

Taktik

Der interimistische SPÖ-Chef Michael Häupl warnte die Seinen im roten Parteivorstand, dass die „ÖVP einen neuen roten Kanzler sabotieren und Neuwahlen provozieren“ könnte. Ein realistisches Szenario. Mehrere ÖVP-Granden bestätigen ÖSTERREICH, dass sie im Fall von ÖBB-Chef Christian Kern als neuen Kanzler an vorgezogene Nationalratswahlen dächten.
Der Grund: Die ÖVP will Kern nicht „allzu viel Zeit lassen, sich zu profilieren“. Eine sofortige Neuwahl wollen aber die wenigsten Schwarzen. Sie wollen „Kern anrennen lassen und eine rasche Pensionsreform fordern, um ihn zu entzaubern“. Nach ein paar Monaten im Amt solle Kern dann zum Aufstehen „gezwungen werden“. Dann soll Außenminister Sebastian Kurz ÖVP-Spitzenkandidat werden und gegen einen allfälligen Kanzler Kern antreten.

Szenario 2: Die ÖVP bringt gleich Kurz als Vizekanzler

Neustart
Großkoalitionäre in der ÖVP überlegen aber auch einen Neustart in der derzeitigen Regierung: Geht es nach ihnen, solle Außenminister Sebastian Kurz möglichst rasch die Partei übernehmen und mit Kern, Zeiler oder einem Überraschungskandidaten in der rot-schwarzen Koalition „konstruktiv zusammenarbeiten“. In diesem Szenario sollen SPÖ und ÖVP sich beide profilieren können – so zumindest die Hoffnung dieser ÖVP-Strategen.

Szenario 3: Zeiler kommt und Mitterlehner bleibt

Kontinuität
Sollte sich hingegen doch Medienmanager Gerhard Zeiler im Match um die Kanzlerschaft behaupten, würde auch ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner Parteichef und Vizekanzler bleiben. Dann würde die Volkspartei erst kurz vor der Nationalratswahl – planmäßig wäre sie 2018 – Kurz zum ÖVP-Spitzenkandidaten nominieren.

Szenario 4: Oberhauser als Integrationsfigur


Partei
Sollte die SPÖ, was derzeit eher unwahrscheinlich wirkt, jemanden aus dem Minister- oder Parlamentsteam nominieren, würden „wir uns auch beim Aufschnüren des Koalitionspaktes schwertun“, sagt ein ÖVP-Mann zerknirscht. Heißt: Sollte etwa Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser oder Klubchef Andreas Schieder die Ämter von Werner Faymann übernehmen, müsste die ÖVP das genauso stillschweigend hinnehmen, wie die SPÖ bereits vier Obmann- und Vizekanzlerwechsel der ÖVP schlucken musste.

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