Doskozil mit Rendi Wagner über Aufnahme von Flüchtlingskindern

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Was hinter ''Doskos'' Angriff steckt

Warum die Doskozil-''Umfrage'' zum Bumerang wird. Und warum der Machtkampf gerade jetzt eskalierte. 

Wien/Eisenstadt. „Doskozil soll jetzt endlich sagen, dass er Pams (Rendi-Wagner) Job will oder endlich Ruhe geben“, sagen gleich mehrere verärgerte Rote ÖSTERREICH. In der SPÖ rätseln viele – selbst Kritiker der SPÖ-Chefin –, was hinter der jüngsten Volte von Hans Peter Doskozil stecke.

Am Montag lancierte die SPÖ Burgenland in ihrer Lieblingszeitung eine Umfrage, wonach der burgenländische SP-Landeschef als „Spitzenkandidat“ der SPÖ bei Nationalratswahlen 32 Prozent erhalten würde, während SPÖ-Chefin Rendi-Wagner nur auf 27 Prozent käme.

In der roten Welt stellte man sich am Montag ein, dass Doskozil jetzt „offen den Führungsanspruch stellen“ werde. Das Gegenteil passierte aber. Seine Landesgruppe versuchte zu besänftigen, dass man nur zeigen wollte, dass „seine Inhalte“ nicht nur im Burgenland ankämen.

Rendi-Lager kontert: Sie wird nicht aufgeben

Aber: Die burgenländische SPÖ lässt Doskozil offenbar bereits seit einem Jahr als „Kanzlerkandidat“ abfragen. Und Doskozil habe zugelegt. Doch warum spielte die Dosko-Truppe die Umfrage jetzt?

Hier gehen die Erzählungen der SPÖ auseinander:

  • Die Mehrheit der Roten glaubt, dass er das „Modell Sebastian Kurz“ wähle und mit diesen Umfragen versuche, „eine Stimmung in der SPÖ zu erzeugen“, bis Rendi-Wagner „aufgibt“. Kein leichtes Unterfangen, weil die mächtige Wiener SPÖ und die Gewerkschaft hinter ihr stünden.
  • Die SPÖ Burgenland forciert daher jetzt das „Modell Scholz“ – die Trennung von Parteichef(in) und Kanzlerkandidatur. Dazu versuchen sie Verbündete in den Ländern zu finden. Eng mit Doskozil ist Salzburgs SP-Chef Egger, Teile der SPÖ Steiermark und Niederösterreichs. Tirols Georg Dornauer sei auf Distanz gegangen.

Noch stünden „zu wenige hinter Dosko“. Wenn Rendi-Wagner in den Umfragen Nummer eins bliebe, würde „Dosko immer mehr in den Hintergrund rücken. Streit wird schlechtere Umfragewerte für sie auslösen, was er wieder für eine Obfraudebatte nützen“ könne, glaubt ein SP-Stratege. Ob das eine kluge Taktik ist?