Schmutzkübel-Kampagne gegen Kurz: Erste heiße Spur

Wer steckt dahinter?

Schmutzkübel-Kampagne gegen Kurz: Erste heiße Spur

Wer steckt hinter dem 'Zoom Institute'. Nun gibt es eine erste heiße Spur

Wien. Kurz im Umfeld von Drogen-Konsumenten und Freunderlwirtschaft – und ein SPÖ-Berater, dem indirekt unterstellt wird, er hätte sich seinen Job erpresst. Das Zoom-Institut aus der Schweiz bringt Dreck in den Wahlkampf – der flog zuerst Richtung ÖVP, aber auch SPÖ. Jetzt führt eine Spur in das Umfeld der einstigen "Liste Martin". 

  • Was sagt Zoom? ÖSTERREICH fragte die Macher von Zoom, wer sie sind. Die Antwort – ein schlechter Witz: Am Projekt arbeiteten rund 10 Personen, an Spenden gebe es rund einen Euro – und ein „Darlehen eines Gründungsmitgliedes von 25 €“. Der Server werde von Amazon-Chef Jeff Bezos zur Verfügung gestellt, schreibt Zoom. Auch das klingt eher nach einem schlechten Witz.
  • Was wissen wir von Zoom? Laut einer „Whois“-Abfrage der Presse sei die Webadresse in Panama, der Provider in den USA. Zoom selbst bezeichnet sich als Institut nach Schweizer Recht. Wie der „Standard“ berichtet, soll dahinter ein Polit-Aktivist stecken. Dabei könnten auch Mitglieder der ehemaligen "Liste Martin" eine Rolle spielen.  Hans-Peter Martin selbst hat in einem Posting ausgeschlossen, dass es sich um irgendwelche ehemalige Mitglieder der Partei "Liste Martin" handelt.
  • Wen greift Zoom an? Bis zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe ist der Haupt-Adressat der Unterstellungen und finsteren Gerüchte vor allem ÖVP-Chef Kurz und dessen „Bro“, der Gastronom Martin Ho. Zweite Stoßrichtung: eben die SPÖ, bis Redaktionsschluss waren das die einzigen geposteten „Artikel“. Nicht angegriffen wurde beispielsweise die FPÖ, auch die Grünen und die Neos noch nicht.
  • Wie waren die Reaktionen? ÖVP-General Karl Nehammer zeigte sich empört und forderte SPÖ und FPÖ zu Erklärungen auf, dass sie nichts mit dem Machwerk zu tun hätten. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner „garantierte“ das der ZiB 2 ausdrücklich. Und auch FPÖ-General Harald Vilimsky schließt das für seine Partei aus. ÖVP-Insider verweisen indes spitzfindig darauf, dass die FPÖ bisher bei Zoom ungeschoren blieb.
  • Strache teilte die Angriffe. Klar ist: Zahlreiche Politiker teilten den Zoom-Angriff auf Kurz – auch einige FPÖler. Ex-Parteichef HC Strache tat das auch. Im Ibiza-Video war es Strache selbst, der laut dem Transkript von „Sexorgien von Kurz in Drogen-Hinterzimmern“ sprach.

Ho: "Vorwürfe sind alle aus der Luft gegriffen"

Die Behauptungen, Sebastian Kurz würde in den Lokalitäten von Szene-Gastronom Martin Ho Drogen konsumieren, weist Letzterer vehement zurück: „Das ist natürlich alles aus der Luft gegriffen. Für uns ist das ein klarer Fall von Sommerloch“, sagt Ho im Talk mit ÖSTERREICH. Zudem lässt sein PR-Berater ausrichten: „Ho sieht sich als Gastgeber für alle. Politische Überzeugung spielt für ihn keine Rolle. Auch SPÖ-Größen wie Peter Doskozil oder Thomas Drozda wurden in den Lokalen der DOTS-Group gesichtet.“

Anonyme Plattform greift jetzt auch SPÖ-Berater an

Bilalic im Visier: Die dubiose Internet-Plattform Zoom Institute hat ein Ziel: den Chefberater von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, Nedeljko Bilalic. Zielrichtung des Artikels: Der SPÖ-Kommunikationschef unter dem seinerzeitigen SPÖ-Vorsitzenden Werner Faymann wisse einfach zu viele Interna – da spiele es keine Rolle, ob er fähig sei oder nicht. Und wie bei Kurz & Ho arbeitet Zoom mit einer Mixtur aus Fakten und geschickt eingestreuten Anspielungen – Bilalic wird als karrieregeiler Wendehals porträtiert, der seinen 20.000-Euro-Job nur hat, weil die Roten Angst vor ihm haben.

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