Kern und Strache

Harte Bandagen

Kern und Strache lieferten sich Schlagabtausch im ORF

Die beiden Parteichefs verblieben ohne Gemeinsamkeiten beim Wahlduell.

Keine inhaltlichen Übereinstimmungen zwischen SPÖ und FPÖ hat es am Montagabend im ORF-Duell zwischen Kanzler Christian Kern (SPÖ) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) gegeben. Auf die Frage, ob Kern eine Koalition mit den Blauen ausschließt, sagte dieser dann auch: "Wir haben heute klar bewiesen, dass uns Welten trennen."

Die gegensätzlichen Positionen zwischen Strache und Kern traten einerseits bei der Arbeitsmarktpolitik und der Steuerpolitik, andererseits bei Fragen zur EU und der Außenpolitik zutage. Während Strache etwa die Pflichtmitgliedschaft bei Arbeiter- und Wirtschaftskammer gegen eine freiwillige Mitgliedschaft ersetzen will, betonte Kern, dass die Arbeiterkammer jene Institution sei, die einfachen Arbeitern zu ihrem Recht verhilft.

Kern erkannte darüber hinaus zwischen FPÖ und ÖVP auch eine Annäherung bei Wirtschafts- und Einwanderungspolitik und meinte, dass bereits eine schwarz-blaue Regierung vorbereitet würde. Die FPÖ habe schon eine Ministerliste, so Kern.

Strache inszenierte sich als "Verteidiger der Arbeiter" - Kern konterte

Strache wiederum sah sich als "Verteidiger der kleinen Arbeiter", die Rekordarbeitslosigkeit wegen billiger osteuropäischer Arbeitskräfte sei hausgemacht. Die geforderte sektorale Schließung des Arbeitsmarktes werde die FPÖ notfalls mit der EU austragen. Kern sagte, die FPÖ beklage in diesem Punkt die eigenen Fehler, denn die Übergangsfristen für die Öffnung des Arbeitsmarkts seien zu gering gewesen. Die FPÖ - damals in der Regierung - habe das verabsäumt.

"Nicht im Kopf" hatte Strache, wie viel von den neun Milliarden Euro Entlastung im FPÖ-Wirtschaftsprogramm auf die Lohnnebenkosten entfallen sollen, dies sei von den Experten der Partei errechnet worden, Ziel müsse jedenfalls sein, die kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Arbeitnehmer zu entlasten.

In der Katalonien-Krise verwies Strache auf das Selbstbestimmungsrecht der Katalanen. Es sei unverantwortlich, wie Spanien vorgegangen sei, und zeige, wie zentralistisch und autoritär die Struktur in der EU geworden ist. Kern hingegen warnte davor, Öl ins Feuer zu gießen. Es sei in der Tat eine ernste Situation, er habe erst heute diesbezüglich mit EU-Ratspräsident Donald Tusk telefoniert.

Duell begann und endete mit Silberstein-Affäre

Die Dirty-Campaigning-Affäre um den Ex-SPÖ-Berater Tal Silberstein war gleich zu Beginn und am Ende des Duells wieder Thema. Für Strache ist Kern, der wie er sagte, null Toleranz für Antisemitismus hat, unglaubwürdig und in der Verantwortung für die teils antisemitischen Facebookseiten gegen ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Kern wiederum erklärte, die Verantwortung aus der Causa gezogen zu haben, der Bundesgeschäftsführer sei zurückgetreten, der betreffende SPÖ-Mitarbeiter beurlaubt worden. Wenn die Verantwortungskultur bei der FPÖ auch so wäre, wären ihr mittlerweile die Leute ausgegangen, meinte Kern. Strache konterte, auf die Bestechungsvorwürfe gegen Silberstein im Ausland anspielend, Silberstein sei nicht nur für Dirty Campaigning, sondern auch für Dirty Business bekannt. Kern warf Strache zum Schluss des Duells vor, Dirty Campaigning erfunden zu haben.
 

oe24.at berichtete im LIVE-TICKER von dem spannenden Duell.



 21:06

Die Analyse zum Duell um 21.15 Uhr auf oe24.TV

Mit oe24-Chefredaktuer Niki Fellner und Polit-Insiderin Isabelle Daniel diskutieren unter anderem Robert Misik und Ursula Stenzel über das Duell. Schalten Sie ein!

Danke für's Mitlesen und Gute Nacht!

 21:04

Das war's!

Dieses Duell zeigte wieder einmal, dass Kern und Strache nicht in vielen Dingen einer Meinung sind. Es war von Beginn an wenig harmonisch und die Stimmung verbesserte sich auch gegen Ende hin nicht.

 20:58

Koalition zwischen SPÖ und FPÖ?

Wird die SPÖ ihren Parteibeschluss, der sich gegen eine Koalition mit den Freiheitlichen stellt, aufheben, fragt Reiterer, nachdem Strache dies als klare Bedingung für Verhandlungen nannte. Komplett ausschließen will der knazler nichts: "Vielleicht gibt es bei der FPÖ noch eine Läuterung".

 20:55

Strache: "Sie sind als Kanzler schon Geschichte, Sie wissen es nur noch nicht"

 20:54

Kern: "Also wir haben heute bewiesen, dass uns Welten trennen"

Der Kanzler will die Sache so darstellen, als wäre Schwarz-Blau schon fix ausgemacht.

 20:50

Streit über Bescheidenheit

Strache kontert Kern: "Bescheiden waren Sie sicher nicht. Immerhin haben Sie ein Jahreseinkommen von 800.000 Euro bekommen." Er unetrstellt dem Knazler den Job nur bekommen zu haben, weil er ein Parteibuch hat.

Kern lässt sich das nicht bieten: "Wer mich beleidigen kann, entscheide immer noch ich".

 20:46

Kern über Orbans Verhalten in der Flüchtlingskrise

Kern sei damals im Sommer 2015 lediglich "ein bescheidener ÖBB-Chef gewesen". "Österreich profitiert maßgeblich von einer starken Europäischen Union. Was da in Ungarn passiert, ist kein europäisches Verhalten. Er hat dami (im Sommer 2015 Zaun an Ungarns Grenze gebaut, Anm. d. Red.)t Sicherheit die Flüchtlingsströme nach Österreich reduziert, aber wir sind hier schon weiter. Es geht jetzt darum, wie man die Flüchtlinge verteilt und hier stellt er sich quer".

 20:35

Wirtschaftsprogramm: Kern attackiert Strache

Kern nennt die Standortbedingungen für Unternehmen exzellent. Sie bräuchten keine Steuergeschenke. "Ich hab Ihr Programm wirklich genau gelesen - wenn er vom Filz redet, redet er vom Kammerstaat. Dabei ist die Arbeiterkammer jene Institution, die kleine Arbeitnehmer vertreten", so Kern. Dass Strache den Arbeiter unterstützen will, will Kern nicht glauben: "Wenn Sie der Vertreter des kleinen Mannes sind, dann gewinnt mein SC Simmering die nächste Champions League".

 20:26

Themenwechsel: Es geht um Entsenderichtlinie

Strache bejauptet, dass zu viele Arbeitskräfte aus dem Osten kommen würden. Das führe zu Lohndumping. Der FPÖ-Chef will eine sektorale Schließung des Arbeitsmarktes.

Kern korrigiert ihn. Er verwechsle entsendete Arbeitskräfte mit Arbeitnehmern. Kern erklärt: "Es braucht Bündnisse in Europa. der Unterschied zwischen Strache und mir ist: Er beklagt Fehler und ich muss Lösungen suchen. Sonst versprechen Sie etwas, wo Sie aus der EU austreten müssen".

 20:24

Streit um Kerns dubiose Israel-Firma

Strache spricht den ÖSTERREICH-Bericht über die Beteiligung Kerns an einer israelischer Firma an, an der auch ein Millionöa Anteile besitzt, der sich vor der Staatsanwaltschaft verantworten muss. Kern weist diese Vorwürfe zurück.

 20:20

Für Kern ist Dirty Campaigning-Affäre abgehakt.

Für Kern ist die Sache erledigt und abgehakt. Der Bundesgeschäftsführer ist zurückgetreten, der verantwortliche Mitarbeiter entlassen und es wurde geklagt.

 20:18

Erstes Thema: Silberstein-Affäre

Kern wehrt sich erneut in der Causa Silberstein. Strache will dies nicht gelten lassen.

 20:16

Es geht los.

Moderiert wird die Konfrontation von Claudia Reiterer.

 20:11

In wenigen Minuten geht es los. Eines der Hauptthemen werden wohl auch hier die Dirty-Campaigning-Vorwürfe in der Silberstein-Causa sein.

 20:08

Herzlich Willkommen!

SPÖ-Chef Christian Kern und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache matchen sich gleich im TV-Duell.