Neuer Job, Mangelnder Rückhalt

Warum Kurz jetzt wirklich Adieu sagte

Kurz
© AFP/APA
Vertraute rechneten schon länger, dass Kurz sich ganz zurückzieht. Die Hintergründe.
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Etappen. Mitte Oktober, als Sebastian Kurz den „Schritt zur Seite“ machte und als Kanzler ging, rechneten er und seine Vertrauten noch damit, dass es nur eine kurze Auszeit sein werde und dass er als VP-Spitzenkandidat, von der Partei umjubelt, zurückkehren werde.

Kurz selbst merkte rascher als manch einer seiner Berater, dass es das nicht spielen werde. Seit Mitte November berichteten ÖVP-Insider ÖSTERREICH, dass Kurz schwanke. Er frage auch, ob es nicht klüger sei, ganz zu gehen, berichteten sie.

Die Entscheidung dürfte bereits damals getroffen worden sein. Die Pandemie hatte seine geplante Tour durch die Bundesländer verhindert. Bilder blieben aus, Umfragen zeigten eine ÖVP, die immer mehr absackte. Mehrere VP-Länderchefs zeigten ihm die kalte Schulter. Niederösterreichs Johanna Mikl-Leitner zeigte sich gegenüber dem Ex-VP-Kanzler loyal, soll ihm aber auch angedeutet haben, dass ein Rückzug klüger sei.

Wer ihm riet, sich aus 
Politik zu verabschieden

Familie. In dieser Zeit führte der 35-Jährige auch Jobgespräche mit internationalen Firmen. Das einstige politische „Wunderkind“ hat mehr Optionen, als seine Kritiker glauben. Die juristischen Ermittlungen gegen ihn sind zwar für seine Partei zu viel gewesen, nicht aber für Unternehmen, die auf seine politischen Kontakte und Skills setzen.
Familie. Seine Eltern – mit ihnen hat Kurz ein sehr enges Verhältnis – rieten ihm zuletzt ebenso zum völligen Rückzug aus der Politik wie seine Partnerin Susanne Thier. Die Geburt des gemeinsamen Sohnes Konstatin ermöglichte dem Ex-VP-Chef die perfekte Erklärung für den Rückzug.

Donnerstagfrüh gab er den Ministern und Landeshauptleuten Bescheid. Mit den meisten telefonierte er kurz bevor er eine Pressekonferenz ankündigte. Nur einer dürfte ihn überrascht haben: Alexander Schallenberg, der ihm gestern erklärte, dass er dann auch nicht Kanzler bliebe. Er habe das stets nur als Übergang für ihn gemacht. Ob er für sich endgültig mit der Politik abgeschlossen hat, scheint indes offen. Ein VP-Wegbegleiter meint: „In zehn Jahren wäre er erst 45 Jahre alt. Da könnte er problemlos zurückkehren.“

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