Rechte Manöver für die Zeit nach der Wien-Wahl

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Rechte Manöver für die Zeit nach der Wien-Wahl

Einige bekannte große Player in der Wiener FPÖ versuchen bereits jetzt, ihre Zukunft ab dem 11. Oktober abzusichern.

Wien. „Also ehrlich: Ein tolles Ergebnis wird die FPÖ bei der Wienwahl nicht einfahren. Dafür ist zu viel passiert“, analysiert ein sehr bekannter Wiener FPÖ-Politiker die aktuelle Lage der Freiheitlichen – er will aber aus einem ganz bestimmten Grund im INSIDER anonym bleiben: „Ich möchte nicht, dass sich dann andere bei mir abputzen, wenn es zu einer Niederlage kommt.“
 

Vorgeschlagenes Modell: »Wie die deutsche CDU/CSU«

Wie manche andere FPÖ-Politiker auch, denkt der INSIDER-Informant bereits an die Zeit nach der Wienwahl: „Klar ist: Es wird unter dieser Führung so nicht weitergehen. Ebenso klar ist: Wenn Strache mit seinem Team in den Gemeinderat kommt – was ich annehme –, wäre es verrückt, dass zwei rechte Parteien weiter neben- oder gegeneinander aktiv sind.“
 
Sein Vorschlag, der auch bereits dem Team Strache bekannt sein soll: „Nach deutschem Vorbild eine CDU/CSU-Lösung schaffen: Eine Doppelführung mit Strache in Wien, aber auf Distanz zur Bundespartei.“
 
Ein Parteikollege des INSIDER-Gesprächspartners hatte kürzlich eine sehr ähnliche Idee: „Wir könnten’s so machen wie in Kärnten: Die FPK hat auch eine Zeit lang gut funktioniert. Wenn dann irgendwann wieder andere Personen die Bundespartei führen, wäre eine Fusion wie bei FPK und FPÖ damals im Juni 2010 ja möglich.“
 

Zwei Gruppen planen bereits für Übernahme der Parteispitze

Fusion. Wer sich derzeit in der FPÖ umhört, erfährt auch einiges von einem bereits aktuellen Diadochenkampf für die Zeit nach der Wienwahl: Eine Gruppe um den jungen FPÖ-Stadtrat Max Krauss sieht in ihm einen idealen Nachfolger, der auch eine Versöhnung mit Strache stemmen könnte. Eine weitere Gruppe wirbt dafür, dass eine politisch rechtsaußen beheimatete Achse die Partei führen soll. Auch diese FPÖler schließen eine Fusion mit dem Team Strache nicht aus.
 
Beide Varianten dürften weder Herbert Kickl noch Norbert Hofer gefallen.(rs)
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