Burgenland als Gegenmodell zu Türkis-Grün

Das sagt Österreich

Burgenland als Gegenmodell zu Türkis-Grün

Ein Kommentar von oe24- & ÖSTERREICH-Chefredakteur Niki Fellner.

Die Burgenland-Wahl wird heute zur ersten Testwahl seit dem Start der türkis-grünen Regierung.
 
Für die SPÖ wird der Wahlsonntag seit Langem wieder einmal ein Freudentag. Hans Peter Doskozil wird – so wie zuletzt alle Landeshauptleute – einen fulminanten Wahlsieg einfahren. Die SPÖ kann heute auf 43–45 % kommen. Das Skurrile: Dieser Doskozil-Triumph leitet ausgerechnet für Pamela Rendi-Wagner eine Trendwende ein. Der euphorisierte Doskozil wird sich bundespolitisch zwar noch stärker zu Wort melden als bisher, die Partei wird er in naher Zukunft aber nicht übernehmen. Und Rendi kann hoffen, dass der Doskozil-Sieg auch ein Turbo für die Wien-Wahl im Herbst wird.
 
Für die FPÖ wird es heute hingegen die nächste Schlappe geben. Denn das Plus für die SPÖ wird direkt von der FPÖ zu Doskozil rüberwandern. Das wird unweigerlich eine Führungsdebatte um Norbert Hofer auslösen, immerhin ist das Burgenland sein Heimatbundesland.
 
Für Türkis-Grün gibt es hingegen heute wenig zu gewinnen. Beide Parteien sind im Burgenland traditionell schwach. Das Mini-Plus wird man kaum als Erfolg verkaufen können. Die Burgenland-Wahl könnte also zum ersten (kleinen) Dämpfer für die neue Regierung werden.
 
Spannend wird die Frage, mit wem Doskozil nach der Wahl regieren wird. Wenn die SPÖ heute wirklich so stark zulegt, dann hat er alle Optionen (Rot-Blau, Rot-Türkis und sogar Rot-Grün). Am billigsten geht es wohl mit der FPÖ, die auf allen vieren angekrochen kommen wird, um in der Regierung zu bleiben. Für Doskozil wäre das nicht nur die einfachste Lösung, mit Rot-Blau hätte er auch gleich ein Gegenmodell zu Türkis-Grün im Bund.
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