EU rutscht nach rechts, aber was passiert bei uns?

Das sagt ÖSTERREICH

EU rutscht nach rechts, aber was passiert bei uns?

Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner.

Am 26. Mai bebt Europa: Die EU-Wahl wird einen massiven Rechtsrutsch bringen. In Frankreich könnte die Rechte Marine Le Pen vor Macron landen, in Italien wird Strache-Freund Salvini wohl einen Erdrutschsieg einfahren, in Großbritan­nien wird Brexit-Schreck Nigel Farage haushoch vorne sein und in Deutschland hat die AfD sogar die Chance, die SPD zu überholen.

Kann die FPÖ auf dieser rechten Welle, die über Europa schwappt, auf Platz 1 schwimmen? Zwar liegen die Blauen mit 23 % in den Umfragen momentan (verglichen mit ihren rechten Allianzpartnern) schwach. Aber: Die FPÖ führt derzeit den aggressivsten und damit auch auffälligsten Wahlkampf. Schafft sie es, die europakritischen FPÖ-Wähler zur Wahl zu bringen, ist alles drinnen.

Das Problem der FPÖ: Während die Konservativen in fast allen EU-Ländern am Boden liegen, nimmt in Österreich Kanzler Kurz seinem Koalitionspartner die (EU-kritische) Butter vom Brot.

Mit seinen Reform-Ansagen im ÖSTERREICH-Interview (1.000 EU-Richtlinien streichen, Kommission verkleinern, Strafen für Schulden- und Migrationssünder) trifft der Kanzler den Nerv der meisten Österreicher. Ja zu Europa, aber ein Europa mit weniger Bürokratie und Chaos bei Migration und Schulden. Mit diesem Wahlkampf-Turbo wird der Kanzler die ÖVP wohl über 30 % hieven.

Damit könnte die FPÖ am 26. Mai vor einem paradoxen Ergebnis stehen: Ein europaweiter Erdrutsch der von Strache und Vilim­sky (mit-)gezimmerten Rechts-Allianz, aber ein klarer Wahlsieger Kurz in Österreich – und damit eine gestärkte ÖVP in der Koalition.

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