Rangnick verwundert
"Oida, bist deppat!" Neuer ÖFB-Star spielt sich in unsere Herzen
28.03.2026Nach dem Kantersieg gegen Ghana ist Carney Chukwuemeka das Thema Nummer eins. Doch trotz seines Traumtores sorgt vor allem sein fehlendes Deutsch für Verwunderung bei Teamchef Ralf Rangnick.
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick lässt nach dem deutlichen 5:1-Sieg in Wien gegen Ghana am Freitag aufhorchen. Im Fokus steht dabei Carney Chukwuemeka, der bei seinem Debüt für Österreich nicht nur sportlich mit einem Traumtor zum 4:1 überzeugte, sondern auch abseits des Platzes für Gesprächsstoff sorgte. In einem TV-Interview brachte der 22-Jährige zwar den gelernten Spruch „Oida, bist du deppert“ unter, gab jedoch zu, dass es das mit seinen Deutsch-Kenntnissen auch schon fast war.
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Überraschung über Dortmunder Verhältnisse
Dass der Profi, der seit über einem Jahr bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht, kaum Deutsch spricht, stößt bei Rangnick auf Unverständnis. „Ich war schon auch ein bisschen überrascht, dass man da in Dortmund bisher noch gar nicht versucht hat, mit ihm Deutsch-Unterricht zu machen“, erklärte der 67-jährige Teamchef bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er verglich die Situation mit der Arbeit eines Ernährungsberaters: „Wenn wir jetzt die Vorreiter sind und mit denen Deutsch-Unterricht machen, dann wäre das so, wie wenn unser Ernährungsberater Spieler dazu bringen will, sich vernünftig zu ernähren und daheim essen sie irgendwelchen Schmarren.“
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Klubs in der Pflicht
Für Rangnick liegt die Verantwortung klar bei den Vereinen. Er betonte, dass es im Interesse der Klubs liegen müsse, auf regelmäßigen Sprachunterricht zu achten. Aus seiner eigenen Vergangenheit bei Leipzig oder Hoffenheim kenne er das anders. Dort sei der Deutsch-Unterricht dreimal pro Woche Pflicht gewesen. Wer unentschuldigt fehlte, wurde so behandelt, als hätte er das Training geschwänzt. „Aber es muss ja jeder Verein so machen, wie er es für richtig hält“, so der Teamchef weiter.
Dolmetscher beim ÖFB-Team
Innerhalb der Nationalmannschaft wird das Problem pragmatisch gelöst. Da Chukwuemeka in der Gruppe gut mit Englisch klarkommt, gibt es laut Rangnick keine Verständigungsschwierigkeiten. Bei Ansprachen steht dem Spieler Physiotherapeut Peter Geigle als Übersetzer zur Seite. Zudem nutzt das Team ein kleines Wörterbuch mit den wichtigsten Vokabeln. Trotz der Sprachbarriere nahm Rangnick den Spieler in Schutz: „Für solche Jungs ist es nicht so einfach. Weil Englisch wird überall gesprochen, man versteht sie überall.“