Tirolerin wäre mit einem Top-10-Platz zufrieden

Titelverteidigerin Osl vor Auftakt zurückhaltend

Mountainbikerin Elisabeth Osl gibt sich vor dem Weltcupauftakt zurückhaltend, die Titelverteidigerin will nicht so recht an einen ähnlich sensationellen Saisonverlauf wie im Vorjahr glauben. "Mit einem Top-Ten-Platz wäre ich zufrieden. Ich denke schon, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe, aber die Anderen schlafen auch nicht", meinte die 24-jährige Tirolerin.

Das erste Cross-Country-Rennen findet am Sonntag in Dalby Forest in Nordengland statt. Im Vorjahr hatte Osl gleich zu Beginn in Südafrika mit ihrem Weltcup-Premierenerfolg aufgezeigt und dann noch zwei weitere Saisonsiege nachgelegt. Außerdem landete die Kirchbergerin auch in allen anderen fünf Bewerben unter den besten Sechs. Diesmal rechnet sie aber nicht mit einer derartigen Serie. "Ich glaube nicht, dass es sich so wie im Vorjahr abspielen wird. Einen Titel zu gewinnen ist leichter, als einen zu verteidigen", betonte sie im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Osl will in der Gesamtwertung mit konstanten Spitzenergebnissen aber neuerlich ein Wörtchen mitreden und vor allem bei der WM um die Medaillen mitfahren. Deshalb hat sie ihre Planung speziell auf die Titelkämpfe Anfang September in Kanada ausgelegt. Davor wird Osl erstmals ein Höhentrainingslager absolvieren. Eine Medaille bei Welttitelkämpfen fehlt Osl in der Elite-Klasse bisher noch. Die WM im Vorjahr in Australien ließ sie aus, 2008 war sie Achte. "Mein Ziel ist es, mich gezielt vorzubereiten, um bei einem Großereignis ganz vorne dabei zu sein", erklärte Osl. All das soll bereits Aufschlüsse für die letzten Monate vor den Olympischen Spielen 2012 in London geben.

Die Vorbereitung auf die diesjährige Saison sei gut verlaufen, so die Tirolerin. Ein erster und ein fünfter Platz nach einem harten Trainingsblock bei stark besetzten Rennen in der Schweiz und der Sieg beim ersten Rennen der deutschen MTB-Bundesliga am vergangenen Sonntag zeugen von guter Frühform der österreichischen Radsportlerin des Jahres.

Trotzdem will sich die Olympia-Elfte von Peking vor dem ersten Weltcup-Rennen nicht mit dem Sieg spekulieren. "Sicher ist es das Ziel, wieder soweit als möglich vorne zu sein, aber das ist nicht einfach", meinte das 46-kg-Leichtgewicht. Außerdem lägen ihr die kurzen Anstiege auf der Strecke in Yorkshire nicht besonders. Neben Weltmeisterin Irina Kalentjewa (RUS) und Lene Byberg (NOR) dürfte heuer auch wieder Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle (NOR), die im Vorjahr aufgrund einer Babypause ausgesetzt hatte, tonangebend sein. "Ich traue ihr alles zu", meinte Osl über die bereits 37-jährige mehrfache Welt- und Europameisterin.

Ein Weltcup-Heimrennen wie jenes im Vorjahr in Schladming, das sie gewinnen konnte, wird es diesmal für die Osl nicht geben. "Das ist sehr schade, ich wurde schon von vielen Leuten darauf angesprochen, dass sie heuer nach Schladming kommen wollen, aber daraus wird leider nichts", so Osl. Schladming hat die Austragung des Weltcups an Leogang abgegeben, dort finden Mitte Juni allerdings keine Cross-Country-Rennen, sondern Downhill und Fourcross-Bewerbe statt.

Neben Osl werden in Dalby Forest auch ihre Schwester Maria und die Kärntnerin Stephanie Wiedner in der Damen-Elitekategorie antreten. Bei den Herren führt der Niederösterreicher Christoph Soukup ein ÖRV-Septett an.