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Schaf-Reise in den Tod

Das grausame Ende von EU-Schafen im nahen Osten.

Es sind grauenvolle Aufnahmen, die nun ans Tageslicht kommen: Schafe werden brutal getötet, ohne jegliche Betäubung, ohne die Einhaltung irgendwelcher Standards. Verletzte Tiere liegen neben toten Artgenossen, es ist der pure Horror. Es handelt sich dabei um Schafe aus Europa, genauer gesagt aus Ländern der Europäischen Union wie Rumänien oder Spanien – also letztlich um unsere Schafe.

Schiffahrt in die Hölle

Nur kurz nach den tragischen Berichten über die Schiffe Elbeik und Karim Allah gibt es erneut tragische Ereignisse rund um Lebendtiertransporte aus EU-Mitgliedstaaten in Drittländer. Der globalen Tierschutzorganisation Vier Pfoten wurden Videos zugespielt, die zeigen, wie Dutzende Schafe in einem Straßengraben in der Nähe von Amman, Jordanien, brutal getötet werden. Währenddessen müssen ihre Artgenossen in einer überfüllten Koppel daneben ihre Ermordung mitansehen. Unter den Getöteten waren auch Schafe aus Rumänien und Spanien, wie ihre Ohrmarken verrieten. Vier Pfoten appelliert einmal mehr an die Europäische Kommission, ein Exportverbot für lebende Tiere in Drittländer endlich durchzusetzen.

Die Videos, die die Tierschutz-Organisation erhalten hat, zeigen, wie ein Schaf zum Schlachter getrieben wird, vorbei an anderen Schafen, die bereits tot sind und in ihrem eigenen Blut auf dem Boden liegen. In einem anderen Clip sind die letzten spastischen Bewegungen eines halbtoten Tieres zu sehen, während der Schlachter direkt darüber ein anderes Schaf häutet. Gleich neben dem Schlachthof, in einer überfüllten Koppel, warten Dutzende von Schafen auf das gleiche Schicksal, voller Angst und ohne Möglichkeit sich zu verstecken.

EU-Tierschutz endet an den Union-Grenzen

„Die brutale Tötungsmethode ist völlig inakzeptabel und missachtet auch das EU-Recht. Diese Schafe haben in der Hitze ohne Schatten auf ihren Tod gewartet und die Tötung ihrer Artgenossen bei vollem Bewusstsein miterlebt", erklärt Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin bei Vier Pfoten, dazu. Sie fügt hinzu: „Während die EU nur Fleisch importiert, das nach EU-Recht geschlachtet wurde, endet die Exportverantwortung der Europäischen Union hinsichtlich Tierschutz leider an der EU-Grenze. Diese Bigotterie ist unerträglich. Wir appellieren daher erneut an die Europäische Kommission, Tiertransporte in Drittländer endlich zu verbieten."

Diese Lebendtiertransporte werden von Tierschützern als "Totalversagen der Europäischen Union, die solche Transporte eigentlich nicht genehmigen dürfte" kritisiert. Doch das Problem, so die Expert*innen liegt im Vollzug: Der Europäische Gerichtshof hat bereits geurteilt, dass die europäischen Standards, die zwar immer noch zu lasch aber wenigstens weit über jenen im Nahen Osten liegen, nicht nur am Ursprungs-, sondern auch am Bestimmungsort gelten.

Schutzlos in den Tod getrieben

Und auch über die ganze Reise dorthin. Doch die Realität sieht leider so aus, dass es defacto keine Schutzbestimmungen auf Schiffen gibt. Die maximale Transportdauer ist außer Kraft gesetzt, die Versorgung ist katastrophal. Viele sterben auf den Schiffen und werden einfach über Bord geworden. Und sind die Tiere erstmal angekommen in Marokko, in Libyen oder wie in diesem Fall eben in Jordanien, dann gibt es auch keine ernsthafte Kontrolle auf Einhaltung unserer Standards mehr. Die Tiere sind absolut schutzlos.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 30. Mai 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 6. Juni 2021, 18:30 Uhr.



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