Zum Start ins Jahr des Pferdes lenkt der Zoo von Taipeh in Taiwan die Aufmerksamkeit auf eine der seltensten Pferdearten der Welt: das Przewalski-Pferd.
Die Tiere galten Ende der 1960er-Jahre in freier Wildbahn als ausgestorben. Nur durch internationale Zucht- und Wiederansiedlungsprogramme konnten sie zurückgebracht werden. Heute lebt die Art wieder in Teilen Zentralasiens – der Zoo von Taipeh beteiligt sich am weltweiten Schutzprogramm.
Tierpfleger Chen Yun-chieh betreut die Wildpferde seit fünf Jahren. Für ihn ist die Beziehung zu den Tieren etwas Besonderes:
„Das Schönste ist, dass sie gleich zu mir kommen, wenn ich auftauche. Und am glücklichsten macht es mich, wenn sie – so gut es geht – nicht krank werden.“
Gleichzeitig wünscht er sich, dass die Tiere ihre Wildheit bewahren:
„Ich freue mich zwar, dass sie zu mir kommen, aber auch wenn es widersprüchlich klingt: Ich hoffe, dass sie mir nicht zu nahe sind. Ich wünsche mir, dass sie ihre wilden Eigenschaften behalten. Sie sind von Natur aus vorsichtig – und genau das sollen sie auch bleiben.“
In den Führungen für Besucherinnen und Besucher erklärt Chen, dass Przewalski-Pferde keine domestizierten Pferde sind – und auch nicht mit den Pferden verwechselt werden sollten, die einst von Dschingis Khan geritten wurden:
„Viele Besucher denken im Jahr des Pferdes: ‚Ich möchte mehr über Pferde wissen.‘ Das Besondere an unseren Wildpferden ist, dass sie sich von Hauspferden unterscheiden. Viele glauben fälschlicherweise, dass Dschingis Khan auf mongolischen Wildpferden geritten ist – aber das stimmt nicht. So können Besucher lernen, dass es sich um eine andere Art handelt.“
Zugleich erinnert er an die dramatische Geschichte der Tiere:
„Ich hoffe, dass die Besucher den Unterschied zwischen Hauspferden und Wildpferden erkennen und auch die Situation der mongolischen Wildpferde in freier Wildbahn kennenlernen. Sie galten 1969 als ausgestorben. Erst 1992 gelang die erste erfolgreiche Wiederansiedlung – und seitdem haben sie sich langsam bis zum heutigen Status ‚gefährdet‘ erholt.“
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Auch die Besucher reagieren bewegt. Der zwölfjährige Ken Huang sagt:
„Ich war sehr besorgt, als ich gehört habe, dass sie ausgestorben waren. Aber als ich erfahren habe, dass sie erfolgreich wieder angesiedelt wurden, war ich nicht mehr so ängstlich.“
Seine Mutter, die Lehrerin Joan Kao, sieht die Rolle des Zoos im Artenschutz positiv:
„Die Pflegergespräche helfen den Besuchern, die Tiere näher kennenzulernen. Wenn man hört, dass die Przewalski-Pferde die einzige verbliebene Wildpferdeart der Welt sind, denkt man automatisch: Zum Glück gibt es Zoos – sonst wäre diese Art vielleicht verschwunden.“
Gerade im Jahr des Pferdes hat die Begegnung für viele eine besondere Bedeutung:
„Weil das kommende Jahr das Jahr des Pferdes ist, fühlt es sich wie ein Segen an, diese Tiere zu sehen. Pferde stehen für Aufbruch und eine bessere Zukunft – das gibt mir das Gefühl, dass das neue Jahr einen guten Neuanfang bringen könnte.“