Stillstand im Zentrum von Barcelona: Traktoren rollen durch die Straßen, Landwirte blockieren eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt.
Die Proteste richten sich gegen steigende Produktionskosten, niedrige Erzeugerpreise – und gegen das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten in Südamerika.
Die Bäuerinnen und Bauern befürchten, dass das Abkommen den europäischen Markt für billigere Agrarimporte öffnet – aus Ländern mit deutlich niedrigeren Umwelt- und Tierschutzstandards. Für viele bedeutet das: noch mehr Preisdruck, noch weniger Perspektive.
O-Ton Montse Centelles, Landwirtin:
„Wir wollen faire Preise. Die Produktionskosten sind enorm gestiegen, und im Moment ist es sehr schwer, von dem zu leben, was man verdient. Und dieses Handelsabkommen, das Europa geschlossen hat, hat für uns nur negative Auswirkungen. Es bringt uns nichts Positives.“
Auch der Generationenwechsel in der Landwirtschaft steht auf dem Spiel.
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O-Ton Joan Regolf, Landwirt:
„Die Zukunft unseres Berufs ist stark gefährdet, weil es keinen Nachwuchs gibt. Wir stehen unter großem Wettbewerbsdruck, und es wird immer schwieriger, Lebensmittel zu produzieren, wenn andere Länder sie einfacher herstellen können. Wir sind nicht wettbewerbsfähig und haben nicht die gleichen Voraussetzungen.“
Plakate mit der Aufschrift „No farmers, no food“ oder „Mercosur – Bestattungsinstitut der Bauern“ zeigen, wie groß die Sorge ist. Die Proteste in Katalonien sind Teil einer europaweiten Bewegung von Landwirten, die vor den sozialen, ökologischen und tierschutzrelevanten Folgen des Abkommens warnen.
Ob und in welcher Form das EU-Mercosur-Abkommen umgesetzt wird, ist politisch noch umstritten. Klar ist: Für viele Landwirte steht dabei ihre wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel.