Wenn in den USA der Superbowl angepfiffen wird, laufen nicht nur Fernseher heiß – auch die Grillplatten.
Allein in der Nacht vom achten auf den neunten Februar werden rund 740 Millionen Masthühner getötet. Insgesamt essen die US-Amerikaner etwa 1,48 Milliarden Chicken Wings – ein neuer Rekord.
Die Dimensionen sind kaum vorstellbar: Aneinandergereiht würden die verzehrten Hühnerflügel die Erde drei Mal umrunden. Für den Transport bräuchte es tausende LKWs – ein Konvoi von mehreren Dutzend Kilometern.
Für die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist das ein erschreckendes Symbol für den Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung.
Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN appelliert:
„Es ist ein absurder Exzess, der in vielerlei Hinsicht verwerflich ist. Man muss sich vor Augen halten, dass nicht nur unzählige Hühner ihr Leben lassen müssen – sie haben auch zuvor ein furchtbares Leben gehabt. Der größte Teil der Tiere lebt ein kurzes, qualvolles Leben auf engstem Raum in meist fensterlosen Hallen.“
Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 15.02.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 22.02.2026, 18:30 Uhr
Die Zucht ist auf maximale Effizienz getrimmt: Während ein Masthuhn in den 1950er-Jahren noch rund 100 Tage brauchte, um sein Schlachtgewicht zu erreichen, sind es heute nur noch gut 30 Tage. Die Folge: Krankheiten, Schmerzen und massive gesundheitliche Schäden für die Tiere.
Doch die Massentierhaltung schadet nicht nur den Tieren. Sie belastet auch Umwelt und Klima – durch hohe Treibhausgasemissionen, riesigen Flächenverbrauch für Futtermittel und die Zerstörung von Lebensräumen. Und auch für den Menschen hat der exzessive Fleischkonsum Folgen.
Veronika Weissenböck hofft auf eine verantwortungsvollere Zukunft:
„Viele Menschen verdrängen nicht nur, dass für ihr Essen ein Lebewesen sterben muss – ihnen sind auch die Auswirkungen auf Klima und Gesundheit schlicht nicht bewusst. Wir werden nicht darum herumkommen, unseren Fleischkonsum drastisch zu senken, wenn wir eine lebenswerte Zukunft wollen.“